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Buch 1: INTEGRALE MODERNE - Vision und Philosophie der Zukunft

H. Johannes Wallmann: INTEGRALE MODERNE - Vision und Philosophie der Zukunft | PFAU-Verlag, Saarbrücken 2006 | ISBN 3-89727-332-2 | ISBN 978-3-89727-332-0

EUROPA? KULTUR-REFORMATION! aufgeklärt, integral-modern & anti-totalitär

(Frage, Aufruf und 26 Reflexionspunkte von H.Johannes Wallmann) - bitte anklicken!

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Es war kein erneuter Schrecken, der micht jetzt ergriff,
sondern das Dämmern einer noch weit aufregenderen Hoffnung"

(aus E.A. Poe: "Hinab in den Maelström").

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Nebenstehend alle Kapitel des Buches als pdf  

unter © creativ commons (CC BY-NC-ND 3.0) (s.u.)

http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/

Ideologien "müssen" geglaubt, Ideen-Logiken dagegen argumentiert und hinterfragt werden. Das ist der entscheidende Unterschied! 

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INTGERALE MODERNE - Inhaltsangaben zu den 7 Kapiteln

Kapitel 1: Von der Prämoderne zur Integralen Moderne

"Wir haben die Moderne noch vor uns; entweder als menschheits- geschichtlichen Qualitätssprung und neues Zeitalter oder als Supergau. Als menschheitsgeschichtlichen Qualitätssprung und neues Zeitalter, wenn wir die evolutiv neue Situation begreifen, in der sich die Menschheit gegenwärtig befindet. Als Supergau, wenn wir diese Situation weiterhin ignorieren und es uns nicht gelingt, uns von den entsprechend ignoranten Ideologien, Verhaltensweisen und Handlungsmaximen zu trennen."

1.1. Moderne - eine evolutiv neue Situation

Die Moderne definiert sich aufgrund der modernen Technologien, die tief in kleinste Teilchen und damit in große langfristige Lebenszusammenhänge eingreifen. Diese technologisch machbaren Manipulationen an kleinsten Teilchen - z.B. an Atomen, Genen, Ozon aber auch hinsichtlich der Informationstechnologien - betreffen die Welt als Ganzes sowie die Zukunft menschlichen Lebens überhaupt. Daraus resultiert für  die Menschheit eine evolutiv vollkommen neue Situation. Denn noch nie in den Jahrmillionen ihrer Evolution konnte die Menschheit so tief in das Selbstorganisationssystem des Lebens und den Organismus der Lebenszusammenhänge eingreifen und noch nie hatten wir Menschen daher mit unserem eigenen Denken, Empfinden und Handeln eine so umfassende Verantwortung für die Zukunft des Lebens hier auf der Erde zu übernehmen, wie das nun angesichts der Moderne und ihrer evolutiv neuen Situation notwendig geworden ist. Das mit der Moderne verbundene ungeheuerliche Katastrophenpotential bildet eine geradezu wahnwitzige Herausforderung an die Entwicklung der menschlichen Intelligenz und ihres Synthesevermögens.

Wenn die Menschheit Zukunft haben und dauerhaft überleben will, sind alle vom Menschen geschaffenen Funktionen, Formen und Strukturen (auch z.B. Politik, Kultur, Ökonomie, Technologien, Philosophien, Religionen, Wissenschaften, Künste) darauf zu befragen, inwiefern sie sich gegenüber der Evolution und dem Ökosystem Erde als teleonomisch fittest erweisen. Mit teleonomisch geht es um „Strukturen, Leistungen und Tätigkeiten, die zum Erfolg eines (biologischen) Projektes beitragen."  

1.2. Kulturelle Krisis
Die moderne Krisis des menschlichen Selbstverständnisses resultiert aus einer kulturellen Krisis. Die ökologische und soziale Krisis sind Auswirkungen dieser kulturellen Krisis.

1.3. Von der Prämoderne zur Integralen Moderne
Menschheitsgeschichtlich befinden wir uns noch ganz am Beginn der Moderne. (Die „Postmoderne“ war eine Artikulation bestimmter Defizite der bisherigen Moderne.) Integrale Moderne bedeutet: wir-können-genügend-Intelligenz-akquirieren-um-alle-erfüllt-leben-zu-können.

1.4. Integral - die Spaltung überwinden
Neben der rationalen Aufklärung bedarf es auch einer emotionalen (ästh-ethischen) Aufklärung; nur so können sich die sog. linke und rechte Gehirnhemisphäre des Menschen zu integraler Intelligenz ergänzen. Avancierte Wissenschaften und Künste sind als nach außen erweiterte Aspekte der menschlichen Intelligenz sowie als "Freiheits- und Intelligenz-Energien" zu begreifen. Um eine neue Einheit zwischen Mensch und Natur sowie zwischen Mensch und Mensch - also einen Neuen Bund zwischen Individuellem-Soziellem-Universellem (s.a. Kap. 1.8 und 7.2) - zu erreichen, ist die integrale Entwicklung der menschlichen Intelligenz unverzichtbar.

1.5. Selbstorganisation und organismische Qualitäten
Das Leben als Selbstorganisationssystem komplexer und hochdifferenzierter dynamischer Prozesse, die untereinander im Austausch stehen und sich aufeinander auswirken (Wirklichkeit). Die Axiomatik des Ökosystems; organismische Qualitäten als Regenerationsstrategien. Es gilt, die unterschiedlichen Austauschkreisläufe hinsichtlich der Aufrechterhaltung organismischer Qualitäten zu justieren.

1.6. Eine große Synthese
Synthese – das erste, worauf wir acht zu geben haben (I. Kant).

1.7. Transkultureller Handlungskodex für das Raumschiff Erde (B.R.Fuller)
Die globalen Gesellschaften (Plural) werden angesichts der evolutiv neuen Situation und der damit einhergehenden Katastrophen zu einer globalen Gesellschaft (Singular); diese bedarf eines entsprechenden transkulturell abgesicherten Handlungskodexes. Dessen jeweils konkrete Wurzeln und Traditionen kommen aus unterschiedlichsten Kulturen, die – im gegenseitigen Wettbewerb um eine zukunftstragfähige Gestaltung der Welt – allerdings aufgeklärt und entideologisiert zu denken und zu praktizieren wären.

1.8. Ideologiefreie Wahrnehmung

Wahrnehmung als Frage- und Antwortspiel zwischen innen und außen, zwischen Teil und Ganzem. Einsteins Relativitätstheorie, Heisenbergs Unschärferelation und Joyce´s Phasen der ästhetischen Wahrnehmung. Die Unterscheidung von Wahrnehmung und Ideologie. Individuelles–Sozielles-Universelles.

1.9. Arbeiten an dem großen Boot
Was Kultur betrifft. Was Demokratie betrifft. Was Ökolonomie betrifft. Was Arbeitslosigkeit betrifft. Was Ethik betrifft. Integrale Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde (B.R.Fuller).

1.10. Die Integralfunktion und der Ansatz für eine neue große Erzählung
Nachhaltige Weitergabe und Unterstützung von integraler Intelligenz und organismischen Lebensformen im Universum (das für uns Menschen zunächst hier auf der Erde beginnt).

 

Kapitel 2: Philosophische Begriffe / philosophische Exkurse

2.1. Idee und Material
Die gegenseitige Bedingtheit von Idee und Material, Funktion und Form, Abstraktion und Konkretion. (Keinem von beiden oder beiden gehört das Primat.)

2.2. Das Ganze und die Teile
Der Logos (Heraklit). Coincidencia oppositorium (Cusanus). Der Teil, in dem das Ganze schon enthalten ist (Mahajana Buddhismus). Über die Einheit und Spannung der Gegensätze.

2.3. Alles ist dynamischer Prozess – Kausalitäten der Selbstorganisationsprozesse
Die Welt als Selbstorganisationssystem sich gegenseitig beeinflussender dynamischer Prozesse. Alles ist dynamischer Prozess - auch Menschen, Steine und Galaxien. Die unscharfe Trennung von physisch und psychisch (U. An der Heiden). Drei Kausalitäten: Top-down, Bottom-up und Between. Prozess oder Struktur? Raum und Zeit als Parameter dynamischer Prozesse. Teil oder Ganzes – eine Frage der Perspektive.

2.4. Strings – Schwingung als universelles Prinzip
Alle dynamischen Prozesse schwingen. Strings - wie das Universum schwingt (B. Greene). Schwingung als Informationsübertragung. Informationsübertragung und kollektives Gedächtnis. Resonanz-Dissonanz, Harmonie-Disharmonie. Gewohnheiten und der Wind der Veränderung.

2.5. Formen und Funktionen als gegenseitige Bedingung
Formen als in Strukturen gespeicherte Energie. Funktionen als gesteuerte Energie- und Informationsflüsse. Formen als Funktionsträger und Energieumwandler. Evolution als Wechselspiel von Formen und Funktionen.

2.6. Symmetrie und andere Formenbildungsprozesse
Symmetrie und Balance als Basis der Formenbildungsprozesse aller Lebewesen und Strukturprinzipien hocheffektiver Netzwerke.

2.7. Die Subjekt-Objekt-Relation
Die Subjekt-Objekt-Relation als Rahmen menschlicher Handlungsmöglichkeiten. Machtausübung, Machtrausch, Blutrausch, Amokläufe, Terrorismus. Ausgleich der Subjekt-Objekt-Relation und die Notwendigkeit der Anpassung menschlichen Handelns an universelle Mächtigkeiten.

2.8. Chaos und Ordnung - Zufall und Notwendigkeit.
Zufall als unvorhergesehenes/unvorhersehbares Zusammentreffen dynamischer Prozesse. Notwendigkeit definiert die Grundbedingungen eines Gesamtsystems.

2.9. Energie und Entropie / Synergie und Dinergie
Plus-Minus-Pole des Entstehens und Vergehens. Energetischer und entropischer Sog. Gesamtzusammenhang und Ausdifferenzierung. Stabilität durch netzwerkartige Verknüpfungen.

2.10. Über Waagen, Urknälle, das Welt-Feld und die Seele
Die Waage der Waagen. Pleroma – Gesamtklang aller Schwingungen. Anima mundi – das universale Hintergrundfeld. Seele - in den Zwischenräumen schwingend.“Seelenpflege”. Laut und Form und Farbe als die Gefängnisöffnungen der Seele (J. Joyce).

2.11. Über Schönheit und Wahrheit und eine „Relativitätstheorie der Wahrnehmung“
Wahrnehmung als dynamischer Prozess. Teil und Ganzes in den Phasen der Wahrnehmung. Relationen des Verstandesmäßigen und Empfindungsmäßigen (J. Joyce). Schönheit – Synthese –Erkenntnis - Ausstrahlung. Ästhetische Informationsübertragung und avancierte Kunst.

2.12. Organismen, Maschinen, Intelligenz
Es gibt keine prästabilierte Harmonie, deshalb: sind Maschinen organismisch kompatibel? Integrales menschliches Gestalten als Voraussetzung künftigen Lebens. 

Kapitel 3: Integrale Demokratie

3.1. Demokratie als Voraussetzung zur Bewältigung der Krisis
Demokratie als Akquise von Kompetenz und Know how, als Realisierung der Goldenen Regel und gelebte Verantwortungsgemeinschaft, als geduldige gemeinsame Suche nach den teleonomisch fittesten Lösungen.

3.2. Freiheit wovon und wofür
Die Verabsolutierung von Freiheit als der schlimmste Zwang. Grundsätzliche Bindungen menschlichen Lebens. Verantwortungswahrnehmung.

3.3. Entwicklung einer integralen Demokratie
Integrale Demokratie als interdisziplinär gemeinsame Suche nach den teleonomisch fittesten Lösungen, als kompetenzorientierte Verantwortungsübertragung. Nachhaltige Demokratie. Aktive Demokratie. Opposition. Die elementare Rolle der öffentlichen Medien.

3.4. Weltparlament und Weltregierungen
Weltweit integrale Demokratie zur Wahrung der Gesamtinteressen der Weltbevölkerung. Die Brisanz der Kultur- und Bildungsaufgabe.

3.5. Das Internet – zur partizipatorischen Entwicklung einer weltweiten Demokratie
Infomationsaustausch als Menschenrecht. Kommunikationsinstrumentarien zur Entwicklung von Demokratie. Internet - Lernaufgabe ersten Ranges - freihalten von Vereinahmungen.

3.6. Gattungssolidarität, Sozialmanagement und die Goldene Regel
Die genuinen Grundrechte eines jeden Menschen. Die Goldene Regel als transkulturell geltender ethischer Grundsatz. Der Terror der Ökonomie (V.Forrester) und der Zusammenbruch der Austauschkreisläufe. Geld und Besitz – Sprengsätze und deren Entschärfung. Die Vernachlässigung der Goldenen Regel ist teuer; die systematische Ausgrenzung von Menschen ist auschwitzverdächtig. Austausch großzügig gestalten (M. Mauss).

3.7. Innovation in Staat und Bürokratie
Überwindung rückständiger Mentalitäten, um den Gestaltungsanspruch des Gemeinwesens neu zu formulieren und bewusst zu vertreten. 

Kapitel 4: „Ökolonomie“

4.1. Ein Überbegriff für Ökologie und Ökonomie
Die Anpassung der Ökonomie an die Ökologie als elementare Voraussetzung des Überlebens der Menschheit. Wirtschaft nicht länger nach prämodernen Prämissen organisieren.

4.2. Austauschkreisläufe
Für die Erhaltung eines Selbstorganisationssystems kommt es nicht in erster Linie auf Wachstum an, sondern auf ein organismisch ausgewogenes Funktionieren seiner Austauschkreisläufe, das an sich einen hohen Wert darstellt. Austarierung der Austauschkreisläufe; qualitatives anstatt quantitatives Wachstum. Reelle Berechnung aller Austauschkreisläufe.

4.3. Energien
Integrales Energiemanagement und der energetische Charakter aller Formen und Strukturen. Da auch Ideen, Informationen, Erkenntnisse und Know-how Energieformen sind, bedeutet die Steigerung ihrer Qualität eine Steigerung der Energieressourcen selbst. Regenerative Energien. Integrale Energiekonzepte. Energiepreis ohne Problemignoranz berechnen.

4.4. Ökolonomische Preisbildung und Ökolonomie als Wirtschaftsmotor
Globale ökolonomische Grundbedingungen. Ökolonomie als allgemeine Verbesserung der Arbeits- und Lebensmotivationen. Unterscheidung von ökonomischer und ökolonomischer Preisbildung.

4.5. Reichtum als vorausschauende Wertschöpfung
Ein neues Rechnungs- und Bewertungssystem ohne Problemignoranz. Intelligenz und Know how als wirklicher Reichtum. Ignoranz - die teuerste Verhaltensweise.

4.6. Der Lizenzcharakter von Privateigentum
Die Erde ist kein Privateigentum. Zeitlich befristete Lizenzen zur Ressourcen-Nutzung. Entzug der Lizenzverträge bei Missbrauch.

4.7. Geld als Vergleichs- und Umrechnungsinstrument
Organismische Qualitäten sowie der Einsatz von Lebenszeit und Know how als Hauptgegenstände von Preis-Berechnungen. Grundwerte zahlenmäßig angemessen ausdrücken. Einheitliche Berechnungsgrundlagen schaffen. Werte und Währung. Geld ist kein vitaler Wert an sich.

Ergänzung:Die Werte-Währungskorrelation kann sich in Zukunft nicht weiter allein auf die Herstellung materieller Güter beziehen (da lag Marx falsch!), sondern hat gleichermaßen die ideellen Güter einzubeziehen. Ziel aller ideellen und materiellen Güter muss die stetige Regenerierung der Lebensgrundlagen sein. Die Zahl O kann dabei für einen definierten Gleichgewichtszustand stehen, um den (mit mehr oder minder großen Ausschlägen in den Positiv- und Negativbereich) die materiellen und ideellen Energiereservoire (Güter) quasi pendeln. Auf die Ausgewogenheit dieses Pendelns um den O-Punkt kommt es an. Der Gleichgewichtszustand selbst ist in der Gewährleistung (Regenerierungskraft) ökologischer Austauschkreisläufe zu sehen, da sie Basisvoraussetzung des (menschlichen) Lebens hier auf der Erde sind. Hinzu kommt die qua Geburt erworbene genuine Würde des Menschen, die jeden einzelnen Menschen (unabhängig z.B. von gesellsch. Stellung) zum  verantwortlichen Teilhaber der Lebensgrundlagen macht. Dies vorausgesetzt sind für die Werte-Währungskorrelation drei Faktoren wesentlich: a) Einsatz von Zeit (d.h. immer von menschlicher Lebenszeit); b) Einsatz von Know how; c) Qualität (angewandtes Wissen und Erkenntnis sowie die Schwere und Gefährlichkeit einer Tätigkeit) innerhalb der eingesetzten Zeit. - Der sich daraus ergebende Währungs-Geldeswert wäre sozusagen der Einstandswert eines materiellen oder ideellen Produktes und kann sich durch den Marktwert sowie sonstige Faktoren verändern. 

4.8. Mehrwertinteresse als Stimulans / weltweiter Wirtschaftsboom
Mehrwertbildung nicht durch Raub oder Verschleiß, sondern durch synergetische Effekte. Würde die Wirtschaft ökolonomisch, entstünde ein – ökologisch verträglicher - weltweiter Wirtschaftsboom.

4.9. Kultur, Forschung und Wissenschaft als Monopol des Gemeinwesens
Grundlagen- und Anwendungsforschung in ausgewogener Relation, langfristige Ergebnisse bedenkend. Wirtschaftliche Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse mittels Lizenzerteilung.

4.10. Die Minimierung von Arbeit und der Gewinn von Freizeit / Bedingungsloses Grundeinkommen
Genug für alle. Neukonfiguration der Austauschkreisläufe. Bedingungsloses Grundeinkommen. Zeitliche Limitierung der Arbeitsverträge. Arbeitslosigkeit als Bemäntelung falscher Austausch- und Verteilungsstrategien. Gewinn von Freizeit und Lebensqualität. Die Funktionen von Arbeitszeit und Freizeit. Die Sinnfrage. 

Kapitel 5: Kultur als Werte- und Intelligenzübertragungssystem

5.1 Kultur konfiguriert die Gemüter
Kultur als Werte- und Intelligenzübertragungssystem. Kultur als Ideenquelle. Kultur als nach außen erweitertes Selbstverständnis, als Identitäts-, Resonanz- und Synthesepool der Gesellschaft, als Intelligenzgenerator und Modell teleonomisch fittester Vorstellungen von der Welt als Ganzes. Kultur konfiguriert die Gemüter und ist eine der mächtigsten Einflussspähren, die einem gesellschaftlichrn Gemeinwesen zur Verfügung stehen. Kultur nicht zur Domestizierung des menschlichen Geistes missbrauchen.

5.2. Kulturelle Hard- und Software
Kulturelle Hard- und Software. Die gegenseitige Bedingung von Künstlerischem und Wissenschaftlichem, von Religiösem und Philosophischem. Kultur und Zivilisation. Öko(lo)nomische Relevanz und Synergie-Effekte kultureller Strukturen.

5.3. Über Kultur und Macht
Der Kampf um die Gefängnistore der Seele. Hitlers kulturelle Verschleierung von Verbrechen. Volksverdummung und Beschönigung in der DDR. Vergangenheitsaufarbeitung - beschämende Beispiele der Verdrängung. Sich des möglichen Machtmissbrauchs von Kultur bewusst sein.

5.4. Kulturelle Identität – kulturelle Innovation – Kampf der Kulturen
Woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir? Kriege entlang der Bruchlinien der Kulturen. Das fundamentale Versagen der christlichen Kultur. Religiositätsverlust - die entscheidende Lücke, in die Hitler vorstieß. Der Schoß ist fruchtbar noch. Religiöse Traditionen entideologisieren - kulturelle Wurzeln bewahren. Fanatismen ist militärisch nicht beizukommen; auch in Multikulti liegt keine Chance.

5.5. Integral-moderne (trans)kulturelle Identität
Einbeziehung der Weisheiten der unterschiedlichen Kulturen als Kerngedanke integral-moderner (trans)kultureller Identität. Notwendigkeit eines unbeschönigenden Dialoges der Kulturen (B. Tibi). Mit der Entideologisierung kultureller Traditionen eine weltweite kulturelle Blütezeit initiieren.

5.6. Für eine neue Avantgarde (Vertiefung)
Grundüberlegungen integral-modernen künstlerischen Arbeitens.

5.7. Maß, Zahl und Proportion (Vertiefung)
Maß, Zahl und Proportion als archetypisches Rückgrat gestalterischen Gelingens.

5.8. Kunstartige Praktiken als Universalwerte (Vertiefung)
Alternativen zu Huntington. Kritik moderner Hochkultur (H. Oesch). Kunstartige Praktiken in alten Kulturen (Chr. Kaden).

5.9. Das im umfassenden Sinne Religiöse (Vertiefung)
Das Religiöse als innerer - auf Gesamtzusammenhang gerichteter - Orientierungssinn und als selektiver Vorteil des Menschen. Aufklärung und Moderne als Voraussetzungen für ein modernes und aufgeklärtes Verständnis von Religiosität (z.B. Kinder Gottes. Mutter Gottes). Tod der traditionellen Ideologiemodelle Gott (D.Sölle).

5.10. Kultur als anthropologischer Auftrag
Kultur als Garant von Leistungskonvergenz und als Verknüpfungssystem unterschiedlicher Daseinsebenen. Kulturelles Besitzstandswahrungsdenken hinterfragen. Integral-moderne kulturelle Qualitäten entwickeln und fördern.

5.11. Ästh-Ethik - mit vollem und ganzem Bewusstsein
Welche ästhetische Nahrung verabreichen wir uns? Die Qualität ästhetischer Informationen wirkt in emotionale Tiefe (Vorsicht Kitsch! Vorsicht Klischees! Vorsicht Egozentrik! Vorsicht Sozialbestechung!). Was wir zu Recht „Kunst“ nennen dürfen.

5.12. An einem historischen Punkt
Das vornehmste Ziel von Demokratie: die menschliche Wahrnehmung und Intelligenz teleonomisch fittest zu entwickeln. Teleonomisch fitteste kulturelle Strukturen als Garanten von Demokratie.

Kapitel 6: Kulturell-innovative Visionen, Entwürfe und Projekte

6.1. Erste Grundlagen integral-modernen künstlerischen Arbeitens
Lernen von Paul Klee.

6.2. Akustische und optische Ökologie – angewandte Ästh-Ethik
Augen und Ohren nicht verpachten (M.McLuhan).

6.3. Vertiefte gemeinsame Arbeit
Interdisziplinäres künstlerisches Arbeiten. Instrumentarien kultureller Innovation.

6.4. Architekturen der Zukunft – die Stadt als Kunstraum
Architektur als gebauter Energie- und Intelligenztransfer. Die Stadt als Ort kultureller Kommunikation. Die unerfüllte Idee des „Gesamtkunstwerkes“.

6.5. Neue Bauhäuser – Zentren des integralen Zusammenwirkens der Künste
Kulturelle Erneuerungsprozesse, interdisziplinäre Zusammenarbeit. Aufbruchsversuche.

6.7. Musik jenseits des Konzertsaals - zum Beispiel Integral-Art
Neubestimmung von Musik als akustische Gestaltung der menschlichen Lebenswelten. Integral-Art.

6.8. Kompositionshandwerklicher Hintergrund
Flügelschlag eines Schmetterlings. Reduktion auf das Wenige – eine Entrümpelung.

6.9. Präzedenzfälle - Klangprojekte und Landschaftsklang-Kompositionen
Von Tausenden besuchte avancierte Klangprojekte im öffentlichen Stadt- und Landschaftsraum.

6.10. Integral-Games
Integral-Games als weltweite Kunst- und Kulturereignisse. Niveauvolle Computerspiele. (H. Hesse / J.M.
Hauer.)

6.11. Virtuelle Systeme – zur Übung integraler Wahrnehmung
Virtuelle Systeme intelligent oder ignorant eingesetzt. Simulation dynamischer Prozesse auf Makro- oder Mikroebenen. Klärung und Training anstatt Verwirrung der Sinne.

6.12. Kirchen umbauen zu integral-modernen Kulturzentren
Integral-moderne Praxis des Nachdenkens, der Reflektion, des Innehaltens.

6.13. Schule als Zukunftspool
Kinder als Träger der Zukunft. Nur die Allerbesten als Lehrer. Nicht sparen an der Ausbildung.

6.14. Transkulturelle Zentren – zum Beispiel Neu-Delphi
Orte, an denen sich die Kulturen begegnen. Integral-moderne Feste und Riten, um das Menschsein spirituell zu erneuern.

6.15. Museum oder Zukunftsforum – ein Entwurf zum Berliner Stadtschloss
Internationales Innovationszentrum inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit. Performance-Center. Ausstellungen. Integral-Games. Tagungen und Kongresse. Ein Kultur-Zentrum für Berlins Mitte, das es mit Institutionen wie dem Pariser Centre Pompidou aufnehmen kann.

6.16. Aufgaben der öffentlich-rechtlichen Medien
Medien als Instrumentarien der politischen und ästhetischen Kommunikation, als Führer durch den Informationsdschungel. Überdurchschnittliche Qualitäten klug vermitteln. Die öffentlich-rechtlichen Medien als Zugpferde gesellschaftlicher Entwicklungen. (Aufgrund der evolutiv neuen Situation besteht kein Recht auf Dummheit und Ignoranz.)

 

Kapitel 7: Ansätze für eine integral-moderne Ethik

7.1. Die Grundlagen der Ethik bedürfen einer totalen Revision

In seinem Buch „Zufall und Notwendigkeit“ wendet sich der französische Molekularbiologe Jacques Monod schon um 1970 gegen die Aufrechterhaltung alter animistischen Wertesysteme und schreibt: „Die Gesellschaft der Neuzeit hat die Reichtümer und Möglichkeiten akzeptiert, welche die Wissenschaft ihr eröffnete. Doch die wichtigste Botschaft der Wissenschaft hat sie nicht akzeptiert, sie hat sie kaum wahrgenommen: dass eine neue und ausschließliche Quelle der Wahrheit bestimmt worden ist; dass die Grundlagen der Ethik einer totalen Revision bedürfen; dass mit der animistischen Tradition radikal gebrochen werden muss; dass der »Alte Bund« definitiv aufzugeben und ein neuer Bund zu schmieden ist.“[ 

7.2. Der Neue Bund

Der Neue Bund als Bund zwischen Individuellem-Soziellem-Universellem. Erkenntnisurteile und Werturteile klar unterscheiden und gegenseitig entwickeln. Integralfunktion als Angelpunkt. Der Logos als Selbstorganisationsprinzip und universelle Intelligenz. Der Mensch als potentieller Teilhaber an höchster universeller Intelligenz.                     


7.3. Gut und Böse
Das Streben nach Erkenntnis – eine Ursünde? Der Rat der Schlange - oder log sie? Die drei Affen. Das Böse als Preis der Ausschaltung von Verantwortung. Gut und böse unter teleonomischen Gesichtspunkten. Die Ambivalenz des Menschen. 

7.4. Wert und Würde des Menschen
Es kommt jedem Menschen derselbe hohe Wert zu. Die Gleichberechtigung der Geschlechter als Garant von Zukunftsfähigkeit. Selbstbestimmtheit. Vorgeburtliche (Gen)Manipulationen - ein Ungeist würde entstehen. Der Mensch ist nicht zum Ausschlachten (Transplantation) geboren. Die Würde menschlichen Alterns und Sterbens. Tod und Vergänglichkeit als Erneuerungsstrategie des Lebens.

7.5. Sieben integral-moderne ethische Grundwerte
Organismische Lebensgrundlagen. Integral entwickelte menschliche Intelligenz. Sozialmanagement entsprechend der Goldenen Regel. Kultur als Werte- und Intelligenzübertragungssystem. Integrale Demokratie. Ökolonomie; Besitz als Verantwortung und Lizenznahme. Der Wert und die Würde eines jeden menschlichen Lebens.

7.6.. Eine neue Pascal´sche Wette
Es wetten zwei, dass integral-modernes Leben Sinn macht.

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„Die Seitenwände des Trichters
verloren allmählich ihre Steilheit
... unter mir die Stelle, wo der
Strudel des Malströms gewesen
war.“
(E.A. Poe).

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INTEGRALE MODERNE - Überblick und Zusammenfassung

„Es war kein erneuter Schrecken, der mich jetzt ergriff,  sondern das Dämmern einer noch weit aufregenderen Hoffnung.“  (aus E.A.Poe „Hinab in den Maelström“)

Aus der Einsicht, dass die komplexen Probleme unserer Welt "zwar separiert betrachtet, aber nicht mehr separiert gelöst werden können", legt der Komponist und Philosoph H. Johannes Wallmann mit diesem Buch die Vision und Philosophie einer INTEGRALEN MODERNE vor. Überlegungen aus Kunst, Naturwissenschaft und Philosophie reflektierend, wirft er einen neuen Blick auf zentrale Fragen der Menschheit und grundlegende Funktionen von Kunst, Demokratie, Kultur und Ökolonomie. Dabei wird z.B. plausibel, dass die Menschheit in dem Maße Zukunft haben wird, wie sie sich auf transkulturell gemeinsame Nenner besinnt und Kultur zu einem ideologiefreien Werte- und Intelligenzübertragungssystem weiterentwickelt. Zugleich antwortet der Autor auf die Postmoderne und skizziert den Ansatz für eine neue (moderne Wissenschaft einbeziehende) "große Erzählung" - die der INTEGRALEN MODERNE. Diese versteht sich jedoch nicht als eine neue Ideologie, sondern als der Entwurf einer Ideen-Logik, der im Hinblick auf die Zukunft konstruktiv-kritisch hinterfragt und interdisziplinär weiterentwickelt werden soll.

Mit der Ideen-Logik von INTEGRALE MODERNE liegt die Zukunft in einer aufgeklärten, solidarischen und freiheitlich-verantwortlichen humanistischen Gesellschaft, in einer neuen Einheit von Mensch und Natur, in der Würde eines jeden einzelnen Menschen, in der integralen Entwicklung der menschlichen Intelligenz selbst, im Neuverständnis von Demokratie, Kultur sowie in systematischer „Ökolonomie“. Mit dieser geht es darum,  das Leben als ein großes organismisches Selbstorganisationssystem zu begreifen, das auf Austausch und Balance beruht. D.h., es gilt das System sämtlicher Austauschkreisläufe zukunftstragfähig intelligent und nachhaltig zu gestalten, um allen Menschen ein sinnerfülltes Leben zu ermöglichen. Dafür stünden der Menschheit schon heute ausreichend Ressourcen zur Verfügung. Neben den drohenden Großkatastrophen liegt eine der Herausforderungen daher darin, die soziellen Austauschsysteme (auch die der Banken!) entsprechend realistisch zu berechnen und zu gestalten, damit sie nicht an Übersättigung einerseits und Verarmung andererseits zusammenbrechen.

Einstieg: Bedingungsloses Grundeinkommen

Das BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN kann vielleicht als eines der bisher schlüssigsten Einstiegsszenarien gelten, damit freiheitlich-verantwortliche integral-moderne Kultur-Gesellschaften Wirklichkeit werden können. Zum bedingungslosen Grundeinkommen heißt es in Kapitel 4 ("ÖKOLONOMIE") des Buches: "Auch angesichts der genuinen Rechte und Pflichten, die jeder Mensch mit seiner Geburt erwirbt, ist dies eine sehr interessante und folgerichtige Idee. Sie ist eine Voraussetzung, um die Besteuerung der Arbeit abzuschaffen und Steuern allein auf den Konsum jeglicher Art zu erheben. Einmal abgesehen davon, dass es relativ schwierig sein dürfte, eine scharfe Abgrenzung zwischen Arbeit (z.B. Dienstleistungen) und Güterkonsum zu erreichen, liegt in dieser Idee ein bestechend sympathischer Freischlag. Denn sie bezieht mit einem bedingungslosen Grundeinkommen alle Menschen in die Austauschkreisläufe ein. In einem weiteren Schritt müsste es allerdings um die Frage der Verteilung von Arbeit sowie der Neukonfiguration der Austauschkreisläufe gehen.

© creativ commons (CC BY-NC-ND 3.0)

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