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INTEGRALE MODERNE

H. Johannes Wallmann: INTEGRALE MODERNE - Vision und Philosophie der Zukunft | PFAU-Verlag, Saarbrücken 2006 | ISBN 3-89727-332-2 | ISBN 978-3-89727-332-0

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INTEGRALE MODERNE - Vision und Philosophie der Zukunft

Aus der Einsicht, dass die komplexen Probleme unserer Welt "zwar separiert betrachtet, aber nicht mehr separiert gelöst werden können", legt der Komponist und Philosoph H. Johannes Wallmann mit diesem Buch die Vision und Philosophie einer INTEGRALEN MODERNE vor. Überlegungen aus Kunst, Naturwissenschaft und Philosophie reflektierend, wirft er einen neuen - interdisziplinär abgestützten - Blick auf zentrale Fragen der Menschheit und grundlegende Funktionen von Kunst, Demokratie und Kultur. Dabei wird z.B. plausibel, dass die Menschheit in dem Maße Zukunft haben wird, wie sie sich auf transkulturell gemeinsame Nenner besinnt und Kultur zu einem ideologiefreien Werte- und Intelligenzübertragungssystem weiterentwickelt. Zugleich antwortet der Autor auf die Postmoderne und skizziert den Ansatz für eine neue "große Erzählung" - die der INTEGRALEN MODERNE. Mit ihr geht es um eine neue Einheit von Mensch und Natur, um eine aufgeklärte, solidarische und freiheitlich-verantwortliche humanistische Gesellschaft, um die Würde eines jeden einzelnen Menschen, um ein Neuverständnis von Demokratie, Kultur und Religiosität, um eine entsprechende integrale Entwicklung der menschlichen Intelligenz sowie darum, dass die Austauschkreisläufe entsprechend intelligent und "ökolonomisch" gestaltet werden.

Eine entsprechende Korrektur der Austauschkreisläufe und ihrer Bewertungs- und Berechnungsgrundlagen vorausgesetzt, wäre genug Arbeit für alle Menschen vorhanden. Es wird künftig allerdings immer mehr Arbeit entstehen müssen, die nicht die Produktion von Verbrauchsgütern zum Gegenstand hat, sondern mit der es um die Sicherung der ökologischen Lebensgrundlagen, um die Erschließung und Mobilisierung der Energie– und Intelligenzressourcen der Menschheit sowie um integral-moderne kulturelle Lebensgrundlagen geht. Doch erst wenn es gelingt, diese Arbeiten angemessen zu berechnen und in die Austauschkreisläufe einzubeziehen, kann jene hinreichende Balance zwischen Mensch und Natur sowie zwischen den Menschen, Kulturen und Gesellschaften entstehen, die das Leben auf diesem wunderschönen Planeten dauerhaft ermöglicht. Doch wie kommen wir dahin?

Kultur konfiguriert die Gemüter! - Oder können wir nur durch große Katastrophen zu entsprechend zukunftsverantwortlichem Handeln gezwungen werden?

„Es war kein erneuter Schrecken,
der mich jetzt ergriff, sondern
das Dämmern einer noch weit
aufregenderen Hoffnung.“
(aus E.A.Poe „Hinab in den
Maelström“)


Rezensionen / Rundfunk- und Pressestimmen zum Buch

 

  • DeutschlandRadio, 16.März 2008, 21.35 Uhr bis 22.30 Uhr: INTEGRALE MODERNE – das Buch  von H. Johannes Wallmann

 „ ... unter wachsendem Spezialisierungsdruck verschwindet der Universalgelehrte mehr und mehr von der Bildfläche, obwohl die zunehmende Vernetzung aller Lebensbereiche doch gerade nach übergreifenden Betrachtungen verlangt. Eine solche umfassende Betrachtung legte der Komponist  Johannes Wallmann in seiner Schrift INTEGRALE MODERNE -Vision und Philosophie der Zukunft vor.“ (Redaktion der Sendung: Michael Dasche)

  • Deutschlandfunk, 15.Oktober, 2007, 20 Uhr: Buchrezension von Egbert Hiller: 

„Sein Ansatz geht tiefer. Seine Vision von einer „Integralen Moderne“ erfasst alle Lebensbereiche, die er eben nicht als separierte Einzelphänomene, sondern als ein Netz von Verknüpfungen auffasst. Strukturiert hat Wallmann sein Buch in sieben aufeinander aufbauende Kapitel, und eindringlich erläutert er am Beginn des ersten seinen gedanklichen Ausgangspunkt: wenn er postuliert, dass die Menschheit die eigentliche „Moderne“ noch vor sich habe, „als menschheitsgeschichtlichen Qualitätssprung und neues Zeitalter oder als Supergau – als Supergau dann, wenn es ihr nicht gelänge, sich von ignoranten Ideologien, Verhaltensweisen und Handlungsmaximen zu trennen. Unter dieser Prämisse erhält Wallmanns Buch auch eminent politische Dimensionen, denn jede gesellschaftliche Utopie bedeutet wie selbstverständlich Kritik an den bestehenden Verhältnissen. Zum Pamphlet gerät „Integrale Moderne“ jedoch keineswegs. Stattdessen reflektiert Wallmann vielschichtig über philosophische Begriffe, über Demokratie und Ökonomie, über kulturell-innovative Visionen, wobei nicht zuletzt seine eigenen künstlerischen Arbeiten und deren geistiger Hintergrund zur Sprache kommen, und über die Formulierung einer „integral- modernen Ethik“, die Wert und Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellt. In mannigfaltiger Untergliederung reicht das Spektrum der Betrachtungen von klugen Gedanken über das Ganze und die Teile, über das Verhältnis von Chaos und Ordnung, Zufall und Notwendigkeit oder auch über das Mehrwertinteresse als Stimulans wirtschaftlicher Entwicklungen bis zum Plädoyer für eine nachhaltige Demokratie, die ihm allein schon aus biografischen Gründen besonders am Herzen liegt ... Ganz so, wie es sein integraler Ansatz impliziert, gelingt es Wallmann in seinem Buch, die Einzelphänomene intensiv auszuleuchten und immer wieder in größere Zusammenhänge zu stellen.“

  • WDR 3: 23. Mai 2007, 23:05 Uhr: Die Moderne als Zukunftsvision. Der Komponist Johannes Wallmann, ein Komponistenporträt von Till Knipper:

"Die vielschichtigen Probleme unserer Welt können "zwar separiert betrachtet, aber nicht mehr separiert gelöst werden ", so der Befund des in Berlin lebenden Komponisten Johannes Wallmann. Seine 2006 veröffentlichte Ästhetik einer integralen Moderne ist der Ausgangspunkt für eine neue Betrachtung seines bisherigen Schaffens. Politisch stets unbequem und querständig verließ er noch kurz vor der Wende die ehemalige DDR und erweckte Aufsehen mit großdimensionierten Klanginstallationen in Gebäuden, Parks, ganzen Landschaften und Städten.“

  • Leipziger Volkszeitung, 25.April 2008:

„Die Welt ist zu komplex, als dass die mannigfaltigen Probleme separiert behandelt werden könnten. Das klingt nicht nur weise, sondern trifft auch den Kern des Problems der Moderne: Ob Hungersnot, Klimakatastrophe, Aidsepidemie, Glaubenskriege, Ressourcenknappheit – die dringenden Fragen dieser Zeit werden nur selten im Verbund miteinander behandelt. Nicht so bei Johannes Wallmann, der mit seinem Buch „Integrale Moderne, Vision und Philosophie der Zukunft“ gleichzeitig aufrütteln und Weg weisen möchte. ... Dabei ist der Autor keineswegs einer unter den vielen „Weltverbesserern“. Nein, er verbindet hehren Anspruch mit dem Anstoß, die Welt einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, auch wenn das nicht immer einfach ist – und leistet damit einen wichtigen Diskussionsbeitrag.“ (Redaktion: A.Debski)

  • Dresdner Neuesten Nachrichten, 8.Oktober 2007, Peter Zacher über Wallmanns Buch: „INTEGRALE MODERNE – Vision und Philosophie der Zukunft“

„ ... Das Scheitern der Menschheit an den Eigendynamiken der modernen Technologien vor Augen, setzt Wallmann auf die integrale Entwicklung der menschlichen Intelligenz selbst und zeigt auf, welch wichtige Rolle kulturelle Strukturen, Medien und Künste diesbezüglich spielen. ... Die entscheidenden Kapitel in Wallmanns Buch befassen sich mit der Entwicklung einer integralen Demokratie und deren Nachhaltigkeit, mit integral-moderner Kultur und Ethik und natürlich mit der Fortführung von Integral-Art. ... Wallmann hat ein eminent politisches Buch vorgelegt, denn eine Gesellschaftsutopie ist auch dann eine Kampfansage an bestehende politische und administrative Institutionen, wenn sie - was der Autor für sich in Anspruch nimmt - ideologiefrei sein will. ... Dabei würde dieses Denkmodell es verdienen, ernsthaft geprüft und in die Praxis umgesetzt zu werden.“

  • „NEUE ZEITSCHRIFT FÜR MUSIK“  Juli/August 2007 (Schott, Mainz), Peter Becker über Wallmanns Buch: 

„ ... Wie die tiefen Glockentöne das Requiem, so begrenzen zwei Zitate aus E. A. Poes Erzählung A Decent into the Maelström die umfängliche Schrift – ein wohlbedachter Kunstgriff, mit dem Wallmann dem Leser eine poetische Zeitdiagnose anbietet und ihn zugleich auf die Wirbel einstimmt, in die er durch einen weitgesteckten Referenzrahmen zwischen Bibel und I Ging, Chargaff und Foucault, Leibniz und Ken Wilber, Postman und Virilio, Bonhoeffer und Beys, Houellebecq und McLuhan gerissen wird. ... Die Lektüre des Bandes belohnt durch Einblicke in wesentliche Aspekte eines Denkens, das heute „an der Zeit“ ... Es ist wohl das Los eines so mutigen Unternehmens, dass es ohne ein Mischpult auskommen muss, dass es auch noch die divergierendsten Glocken zu einem Gesamtklang bindet. Eines aber dürfe der wache Leser immer noch verspüren, nämlich was die Stunde geschlagen hat.“

  •  „Positionen“ Mai/2007 (Fachzeitschrift), René Thun über das Buch:

„.Wie läßt sich »das Ganze« reflektieren, ohne in totalitäres Denken zu geraten? Der in Berlin lebende Komponist H. Johannes Wallmann nimmt sich dieser Frage an und gibt in seiner Schrift „INTEGRALE MODERNE - Vision und Philosophie der Zukunft darauf eine Antwort“. ... Das Programm der integralen Moderne, die Wallmann skizziert, ist die Konstituierung eines Gesamtzusammenhanges heterogener Diskurse, die nur im Verbund die zukunftsrelevanten Probleme der Menschheit zu lösen in der Lage sind.  .... Sie werden geführt, um die Welt, in der der Mensch lebt, zu gestalten; und zwar nach selbstgegebenen Vorstellungen. Folglich knüpft sich daran die Frage an, welche Vorstellungen für die Gestaltung der Zukunft geeignet sind und welche nicht. Es geht um die Möglichkeit von personaler Existenz überhaupt und in der Zukunft. Insofern ist das Konzept der integralen Moderne ein kulturkritischer Ansatz. ... Sein Impuls zur Verschränkung unterschiedlicher Diskurse in transdisziplinärer Hinsicht sollte unbedingt aufgenommen werden, denn das Misstrauen gegenüber den Technokraten und Naturwissenschaften als alleinige Sinnstiftungsinstanzen ist allein schon methodisch begründbar.“

 

Die 7 Kapitel des Buches im Überblick

 

Einleitung

 

Der philosophische Ansatz: Idee und Materie sind die zwei unterschiedliche Aspekte ein- und derselben Sache und sich gegenseitig Wertmaßstab und Bestimmung. Die gegenseitige Beeinflussung von Idee und Materie (aber auch z.B. von Funktion-Form, vonProzess-Struktur, von Subjekt-Objekt, von Teil und Ganzem) macht uns Menschen zu selbstverantwortlichen Teilhabern an dem großen Selbstorganisationssystem, das Leben heißt. Um der aus dieser Teilhaberschaft resultierenden Verantwortung gerecht zu werden, muss es gelten, die menschliche Intelligenz und Sensibilität entsprechend zu konditionieren.

 

Kapitel 1: Von der Prämoderne zur Integralen Moderne

 

"Wir haben die Moderne noch vor uns; entweder als menschheitsgeschichtlichen Qualitätssprung und neues Zeitalter oder als Supergau. Als menschheitsgeschichtlichen Qualitätssprung und neues Zeitalter, wenn wir die evolutiv neue Situation begreifen, in der sich die Menschheit gegenwärtig befindet. Als Supergau, wenn wir diese Situation weiterhin ignorieren und es uns nicht gelingt, uns von den entsprechend ignoranten Ideologien, Verhaltensweisen und Handlungsmaximen zu trennen."

1.1. Moderne - eine evolutiv neue Situation

Die Moderne definiert sich aufgrund der evolutiv neue Situation, die aus den modernen Technologien resultiert. "Indem diese Technologien tiefe Eingriffe in kleinste Teilchen und damit große und langfristige Lebenszusammenhänge ermöglichen, stellen sie eine geradezu wahnwitzige Herausforderung an die Entwicklung der menschlichen Intelligenz und ihres Synthesevermögens dar. Denn die technologisch machbaren Manipulationen an kleinsten Teilchen betreffen – wie z.B. an den Problematiken der Genmanipulation, der Ozonschicht oder der Atomenergie zu sehen – die Welt als Ganzes sowie die Zukunft menschlichen Lebens überhaupt. Noch nie in den Jahrmillionen ihrer Evolution konnte die Menschheit technologisch so tief in das Selbstorganisationssystem der Natur und in den Organismus der Lebenszusammenhänge eingreifen. Und noch nie hatten wir Menschen daher mit unserem eigenen Denken, Empfinden und Handeln eine so umfassende Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen, wie das nun angesichts der evolutiv neuen Situation notwendig geworden ist."

Daher müssen sich alle vom Menschen geschaffenen Funktionen, Formen und Strukturen (wie Politik, Kultur, Ökonomie, Technologien, Philosophien, Religionen, Wissenschaften, Künste) gegenüber der Evolution und dem Ökosystem Erde als teleonomisch fittest erweisen, wenn die Menschheit dauerhaft überleben und Zukunft haben soll.

"Mit teleonomisch geht es um „Strukturen, Leistungen und Tätigkeiten, die zum Erfolg eines (biologischen) Projektes beitragen. Auch die Begriffe fittest (der evolutiven Situation am besten angepasst) und falsifizierend (der evolutiven Situation nicht standhaltend) werden in der Wissenschaft seit langem verwendet; bisher jedoch nur betreffs der biologischen Evolution und kaum in Bezug auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse, Technologien oder auf die politischen, kulturellen, ökonomischen Verhältnisse sowie die Intelligenz des Menschen selbst."

 

 

1.2. Kulturelle Krisis
Die moderne Krisis des menschlichen Selbstverständnisses als kulturelle Krisis. Die ökologische und soziale Krisis als Auswirkung der kulturellen Krisis.

1.3. Von der Prämoderne zur Integralen Moderne
Menschheitsgeschichtlich befinden wir uns noch ganz am Beginn der Moderne. (Die „Postmoderne“ war eine Artikulation der Defizite der bisherigen Moderne.) Integrale Moderne bedeutet: wir-können-genügend-Intelligenz-akquirieren-um-alle-erfüllt-leben-zu-können.

1.4. Integral - die Spaltung überwinden
Neben der rationalen bedarf es auch einer emotionalen Aufklärung; nur so können sich die sog. linke und rechte Gehirnhemisphäre des Menschen zu integraler Intelligenz ergänzen. Avancierte Wissenschaften und Künste sind als nach außen erweiterte Aspekte der menschlichen Intelligenz zu begreifen. Um eine neue Einheit zwischen Mensch und Natur zu erreichen, ist die integrale Entwicklung der menschlichen Intelligenz unverzichtbar.

1.5. Selbstorganisation und organismische Qualitäten
Das Leben als Selbstorganisationssystem komplexer und hochdifferenzierter dynamischer Prozesse, die untereinander im Austausch stehen und sich aufeinander auswirken (Wirklichkeit). Die Axiomatik des Ökosystems; organismische Qualitäten als Regenerationsstrategien. Es gilt, die unterschiedlichen Austauschkreisläufe hinsichtlich der Aufrechterhaltung organismischer Qualitäten zu justieren.

1.6. Eine große Synthese
Synthese – das erste, worauf wir acht zu geben haben (I. Kant).

1.7. Transkultureller Handlungskodex für das Raumschiff Erde
Die globalen Gesellschaften (Plural) werden angesichts der evolutiv neuen Situation und der damit einhergehenden Katastrophen zu einer globalen Gesellschaft (Singular); sie bedarf eines entsprechenden transkulturell abgesicherten Handlungskodexes.

1.8. Ideologiefreie Wahrnehmung
Wahrnehmung als Frage- und Antwortspiel zwischen innen und außen. Einsteins Relativitätstheorie, Heisenbergs Unschärferelation und Joyce´s Phasen der ästhetischen Wahrnehmung. Die Unterscheidung von Wahrnehmung und Ideologie. Individuelles–Sozielles-Universelles.

1.9. Arbeiten an dem großen Boot
Was Kultur betrifft. Was Demokratie betrifft. Was Ökolonomie betrifft. Was Arbeitslosigkeit betrifft. Was Ethik betrifft. Integrale Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde (B.R.Fuller).

1.10. Die Integralfunktion und der Ansatz für eine neue große Erzählung
Die Integralfunktion (R.B. Fuller) des Menschen im Universum: nachhaltige Weitergabe und Unterstützung von integraler Intelligenz und organismischen Lebensformen im Universum (das für uns Menschen zunächst hier auf der Erde anfängt).

 

Kapitel 2: Philosophische Begriffe / philosophische Exkurse

 

2.1. Idee und Material
Die Gegenseitigkeit von Idee und Material, Funktion und Form, Abstraktion und Konkretion.

2.2. Das Ganze und die Teile
Der Logos (Heraklit). Coincidencia oppositorium (Cusanus). Der Teil, in dem das Ganze schon enthalten ist (Mahajana Buddhismus). Über die Einheit und Spannung der Gegensätze.

2.3. Alles ist dynamischer Prozess – Kausalitäten der Selbstorganisationsprozesse
Die unscharfe Trennung von physisch und psychisch (U. An der Heiden). Drei Kausalitäten: Top-down, Bottom-up und Between. Prozess oder Struktur? Raum und Zeit als Parameter dynamischer Prozesse. Teil oder Ganzes – eine Frage der Perspektive.

2.4. Strings – Schwingung als universelles Prinzip
Alles ist dynamischer Prozess (auch Menschen, Steine, Galaxien) und alle dynamischer Prozesse schwingen. Strings - wie das Universum schwingt (B. Greene). Schwingung als Informationsübertragung. Informationsübertragung und kollektives Gedächtnis. Gewohnheiten und der Wind der Veränderung.

2.5. Formen und Funktionen als gegenseitige Bedingung
Formen als in Strukturen gespeicherte Energie. Funktionen als gesteuerte Energie- und Informationsflüsse. Formen als Funktionsträger und Energieumwandler. Evolution als Wechselspiel von Formen und Funktionen.

2.6. Symmetrie und andere Formenbildungsprozesse
Symmetrie als Basis der Formenbildungsprozesse aller Lebewesen und Strukturprinzip hocheffektiver Netzwerke.

2.7. Die Subjekt-Objekt-Relation
Die Subjekt-Objekt-Relation als Rahmen menschlicher Handlungsmöglichkeiten. Machtausübung, Machtrausch, Blutrausch, Amokläufe, Terrorismus. Ausgleich der Subjekt-Objekt-Relation und die Notwendigkeit der Anpassung menschlichen Handelns an universelle Mächtigkeiten.

2.8. Chaos und Ordnung - Zufall und Notwendigkeit.
Zufall als unvorhergesehenes/unvorhersehbares Zusammentreffen dynamischer Prozesse. Notwendigkeit definiert die Grundbedingungen eines Gesamtsystems.

2.9. Energie und Entropie / Synergie und Dinergie
Plus-Minus-Pole des Entstehens und Vergehens. Energetischer und entropischer Sog. Gesamtzusammenhang und Ausdifferenzierung. Stabilität durch netzwerkartige Verknüpfungen.

2.10. Über Waagen, Urknälle, das Welt-Feld und die Seele
Die Waage der Waagen. Pleroma – Gesamtklang aller Schwingungen. Anima mundi – das universale Hintergrundfeld. Seele - in den Zwischenräumen schwingend.“Seelenpflege”. Laut und Form und Farbe als die Gefängnisöffnungen der Seele (J. Joyce).

2.11. Über Schönheit und Wahrheit und eine „Relativitätstheorie der Wahrnehmung“
Wahrnehmung als dynamischer Prozess. Teil und Ganzes in den Phasen der Wahrnehmung. Relationen des Verstandesmäßigen und Empfindungsmäßigen (J. Joyce). Schönheit – Synthese –Erkenntnis - Ausstrahlung. Ästhetische Informationsübertragung und avancierte Kunst.

2.12. Organismen, Maschinen, Intelligenz
Es gibt keine prästabilierte Harmonie, deshalb: sind Maschinen organismisch kompatibel? Integrales menschliches Gestalten als Voraussetzung künftigen Lebens.

 

Kapitel 3: Integrale Demokratie

 

3.1. Demokratie als Voraussetzung zur Bewältigung der Krisis
Demokratie als Akquise von Kompetenz, als Realisierung der Goldenen Regel und gelebte Verantwortungsgemeinschaft.

3.2. Freiheit wovon und wofür
Die Verabsolutierung von Freiheit als der schlimmste Zwang. Grundsätzliche Bindungen menschlichen Lebens. Verantwortungswahrnehmung.

3.3. Entwicklung einer integralen Demokratie
Integrale Demokratie als interdisziplinär gemeinsame Suche nach den teleonomisch fittesten Lösungen, als kompetenzorientierte Verantwortungsübertragung. Nachhaltige Demokratie. Aktive Demokratie. Opposition. Die elementare Rolle der Medien.

3.4. Weltparlament und Weltregierungen
Weltweit integrale Demokratie zur Wahrung der Gesamtinteressen der Weltbevölkerung. Die Brisanz der Kultur- und Bildungsaufgabe.

3.5. Das Internet – zur partizipatorischen Entwicklung einer weltweiten Demokratie
Infomationsaustausch als Menschenrecht. Kommunikationsinstrumentarien zur Entwicklung von Demokratie. Internet - Lernaufgabe ersten Ranges - freihalten von Vereinahmungen.

3.6. Gattungssolidarität, Sozialmanagement und die Goldene Regel
Die genuinen Grundrechte eines jeden Menschen. Die Goldene Regel als transkultureller Grundsatz. Der Terror der Ökonomie (V.Forrester) und der Zusammenbruch der Austauschkreisläufe. Geld und Besitz – Sprengsätze und deren Entschärfung. Die Vernachlässigung der Goldenen Regel ist teuer; die systematische Ausgrenzung von Menschen ist auschwitzverdächtig. Austausch großzügig gestalten (M. Mauss).

3.7. Innovation in Staat und Bürokratie
Überwindung rückständiger Mentalitäten, um den Gestaltungsanspruch des Gemeinwesens neu zu formulieren und bewusst zu vertreten.

 

Kapitel 4: „Ökolonomie“


4.1. Ein Überbegriff für Ökologie und Ökonomie

Die Anpassung der Ökonomie an die Ökologie als elementare Voraussetzung des Überlebens der Menschheit. Wirtschaft nicht länger nach prämodernen Prämissen organisieren.

4.2. Austauschkreisläufe
Austarierung der Austauschkreisläufe. Qualitatives anstatt quantitatives Wachstum. Reelle Berechnung aller Austauschkreisläufe.

4.3. Energien
Integrales Energiemanagement und der energetische Charakter aller Formen und Strukturen sowie von Know how, Erkenntnissen, Informationen und Ideen. Regenerative Energien.

4.4. Ökolonomische Preisbildung und Ökolonomie als Wirtschaftsmotor
Globale ökolonomische Grundbedingungen. Ökolonomie als allgemeine Verbesserung der Arbeits- und Lebensmotivationen. Unterscheidung von ökonomischer und ökolonomischer Preisbildung.

4.5. Reichtum als vorausschauende Wertschöpfung
Ein neues Rechnungs- und Bewertungssystem ohne Problemignoranz. Intelligenz und Know how als wirklicher Reichtum. Ignoranz - die teuerste Verhaltensweise.

4.6. Der Lizenzcharakter von Privateigentum
Die Erde ist kein Privateigentum. Zeitlich befristete Lizenzen zur Ressourcen-Nutzung. Entzug der Lizenzverträge bei Missbrauch.

4.7. Geld als Vergleichs- und Umrechnungsinstrument
Organismische Qualitäten, Lebenszeit und Know how als Hauptgegenstände von Preis-Berechnungen. Grundwerte zahlenmäßig angemessen ausdrücken. Einheitliche Berechnungsgrundlagen schaffen.

4.8. Mehrwertinteresse als Stimulans / weltweiter Wirtschaftsboom
Mehrwertbildung durch synergetische Effekte, nicht durch Raub oder Verschleiß. Würde die Wirtschaft zum Partner von Ökolonomie, entstünde ein – ökologisch verträglicher - weltweiter Wirtschaftsboom.

4.9. Kultur, Forschung und Wissenschaft als Monopol des Gemeinwesens
Grundlagen- und Anwendungsforschung in ausgewogener Relation, langfristige Ergebnisse bedenkend. Wirtschaftliche Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse mittels Lizenzerteilung.

4.10. Die Minimierung von Arbeit und der Gewinn von Freizeit / Bedingungsloses Grundeinkommen
Genug für alle. Neukonfiguration der Austauschkreisläufe. Bedingungsloses Grundeinkommen. Zeitliche Limitierung der Arbeitsverträge. Arbeitslosigkeit als Bemäntelung falscher Austausch- und Verteilungsstrategien. Gewinn von Freizeit und Lebensqualität. Die Funktionen von Arbeitszeit und Freizeit. Die Sinnfrage.

 

Kapitel 5: Kultur als Werte- und Intelligenzübertragungssystem


5.1 Kultur konfiguriert die Gemüter
Kultur als nach außen erweitertes Selbstverständnis, als Resonanz- und Synthesepool der Gesellschaft, als Intelligenzgenerator und Modell teleonomisch fittester Vorstellungen von der Welt als Ganzes. Kultur nicht zur Domestizierung des menschlichen Geistes missbrauchen.

5.2. Kulturelle Hard- und Software
Kulturelle Hard- und Software. Die gegenseitige Bedingung von Künstlerischem und Wissenschaftlichem, Religiösem und Philosophischem. Kultur und Zivilisation. Ökonomische Relevanz kultureller Strukturen.

5.3. Über Kultur und Macht
Der Kampf um die Gefängnistore der Seele. Hitlers kulturelle Verschleierung von Verbrechen. Volksverdummung und Beschönigung in der DDR. Vergangenheitsaufarbeitung - beschämende Beispiele der Verdrängung. Sich des möglichen Machtmissbrauchs von Kultur bewusst sein.

5.4. Kulturelle Identität – kulturelle Innovation – Kampf der Kulturen
Woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir? Kriege entlang der Bruchlinien der Kulturen. Das fundamentale Versagen der christlichen Kultur. Religiositätsverlust - die entscheidende Lücke, in die Hitler vorstieß. Der Schoß ist fruchtbar noch. Religiöse Traditionen entideologisieren - kulturelle Wurzeln bewahren. Fanatismen ist militärisch nicht beizukommen; auch in Multikulti liegt keine Chance.

5.5. Integral-moderne (trans)kulturelle Identität
Einbeziehung der Weisheiten der unterschiedlichen Kulturen als Kerngedanke integral-moderner (trans)kultureller Identität. Notwendigkeit eines unbeschönigenden Dialoges der Kulturen (B. Tibi). Mit der Entideologisierung kultureller Traditionen eine weltweite kulturelle Blütezeit initiieren.

5.6. Für eine neue Avantgarde (Vertiefung)
Grundüberlegungen künstlerischen Arbeitens.

5.7. Maß, Zahl und Proportion (Vertiefung)
Maß, Zahl und Proportion als Rückgrat gestalterischen Gelingens.

5.8. Kunstartige Praktiken als Universalwerte (Vertiefung)
Alternativen zu Huntington. Kritik moderner Hochkultur (H. Oesch). Kunstartige Praktiken in alten Kulturen (Chr. Kaden).

5.9. Das im umfassenden Sinne Religiöse (Vertiefung)
Das Religiöse als innerer - auf Gesamtzusammenhang gerichteter - Orientierungssinn und als selektiver Vorteil des Menschen. Aufklärung und Moderne als Voraussetzungen für ein modernes und aufgeklärtes Verständnis von Religiosität (z.B. Kinder Gottes. Mutter Gottes). Tod der traditionellen Ideologiemodelle Gott (D.Sölle).

5.10. Kultur als anthropologischer Auftrag
Kultur als Garant von Leistungskonvergenz und als Verknüpfungssystem unterschiedlicher Daseinsebenen. Kulturelles Besitzstandswahrungsdenken hinterfragen. Integral-moderne kulturelle Qualitäten entwickeln und fördern.

5.11. Ästh-Ethik - mit vollem und ganzem Bewusstsein
Welche ästhetische Nahrung verabreichen wir uns? Die Qualität ästhetischer Informationen wirkt in emotionale Tiefe (Vorsicht Kitsch! Vorsicht Klischees! Vorsicht Egozentrik! Vorsicht Sozialbestechung!). Was wir zu Recht „Kunst“ nennen dürfen.

5.12. An einem historischen Punkt
Das vornehmste Ziel von Demokratie: die menschliche Wahrnehmung und Intelligenz teleonomisch fittest zu entwickeln. Teleonomisch fitteste kulturelle Strukturen als Garanten von Demokratie.

 

Kapitel 6: Kulturell-innovative Visionen, Entwürfe und Projekte


6.1. Erste Grundlagen integral-modernen künstlerischen Arbeitens

Lernen von Paul Klee.

6.2. Akustische und optische Ökologie – angewandte Ästh-Ethik
Augen und Ohren nicht verpachten (M.McLuhan).

6.3. Vertiefte gemeinsame Arbeit
Interdisziplinäres künstlerisches Arbeiten. Instrumentarien kultureller Innovation.

6.4. Architekturen der Zukunft – die Stadt als Kunstraum
Architektur als gebauter Energie- und Intelligenztransfer. Die Stadt als Ort kultureller Kommunikation. Die unerfüllte Idee des „Gesamtkunstwerkes“.

6.5. Neue Bauhäuser – Zentren des integralen Zusammenwirkens der Künste
Kulturelle Erneuerungsprozesse, interdisziplinäre Zusammenarbeit. Aufbruchsversuche.

6.7. Musik jenseits des Konzertsaals - zum Beispiel Integral-Art
Neubestimmung von Musik als akustische Gestaltung der menschlichen Lebenswelten. Integral-Art.

6.8. Kompositionshandwerklicher Hintergrund
Flügelschlag eines Schmetterlings. Reduktion auf das Wenige – eine Entrümpelung.

6.9. Präzedenzfälle - Klangprojekte und Landschaftsklang-Kompositionen
Von Tausenden besuchte avancierte Klangprojekte im öffentlichen Stadt- und Landschaftsraum.

6.10. Integral-Games
Integral-Games als weltweite Kunst- und Kulturereignisse. Niveauvolle Computerspiele. (H. Hesse / J.M.
Hauer.)

6.11. Virtuelle Systeme – zur Übung integraler Wahrnehmung
Virtuelle Systeme intelligent oder ignorant eingesetzt. Simulation dynamischer Prozesse auf Makro- oder Mikroebenen. Klärung und Training anstatt Verwirrung der Sinne.

6.12. Kirchen umbauen zu integral-modernen Kulturzentren
Integral-moderne Praxis des Nachdenkens, der Reflektion, des Innehaltens.

6.13. Schule als Zukunftspool
Kinder als Träger der Zukunft. Nur die Allerbesten als Lehrer. Nicht sparen an der Ausbildung.

6.14. Transkulturelle Zentren – zum Beispiel Neu-Delphi
Orte, an denen sich die Kulturen begegnen. Integral-moderne Feste und Riten, um das Menschsein spirituell zu erneuern.

6.15. Museum oder Zukunftsforum – ein Entwurf zum Berliner Stadtschloss
Internationales Innovationszentrum inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit. Performance-Center. Ausstellungen. Integral-Games. Tagungen und Kongresse. Ein Kultur-Zentrum für Berlins Mitte, das es mit Institutionen wie dem Pariser Centre Pompidou aufnehmen kann.

6.16. Aufgaben der öffentlich-rechtlichen Medien
Medien als Instrumentarien der politischen und ästhetischen Kommunikation, als Führer durch den Informationsdschungel. Überdurchschnittliche Qualitäten klug vermitteln. Die öffentlich-rechtlichen Medien als Zugpferde gesellschaftlicher Entwicklungen. (Aufgrund der evolutiv neuen Situation besteht kein Recht auf Dummheit und Ignoranz.)

 

Kapitel 7: Ansätze für eine integral-moderne Ethik

 

7.1. Der Neue Bund
Die Grundlagen der Ethik bedürfen einer totalen Revision (J. Monod). Erkenntnisurteile und Werturteile klar unterscheiden und gegenseitig entwickeln. Integralfunktion als Angelpunkt. Der Logos als Selbstorganisationsprinzip und universelle Intelligenz. Der Neue Bund als Bund zwischen Individuellem-Soziellem-Universellem.

7.2. Gut und Böse
Das Streben nach Erkenntnis – eine Ursünde? Der Rat der Schlange - oder log sie? Die drei Affen. Das Böse als Preis der Ausschaltung von Verantwortung. Gut und böse unter teleonomischen Gesichtspunkten. Die Ambivalenz des Menschen.

7.3 Wert und Würde des Menschen
Es kommt jedem Menschen derselbe hohe Wert zu. Die Gleichberechtigung der Geschlechter als Garant von Zukunftsfähigkeit. Selbstbestimmtheit. Vorgeburtliche (Gen)Manipulationen - ein Ungeist würde entstehen. Der Mensch ist nicht zum Ausschlachten (Transplantation) geboren. Die Würde menschlichen Alterns und Sterbens. Tod und Vergänglichkeit als Erneuerungsstrategie des Lebens.

7.4. Sieben integral-moderne ethische Grundwerte
Organismische Lebensgrundlagen. Integral entwickelte menschliche Intelligenz. Sozialmanagement entsprechend der Goldenen Regel. Kultur als Werte- und Intelligenzübertragungssystem. Integrale Demokratie. Ökolonomie; Besitz als Verantwortung und Lizenznahme. Der Wert und die Würde eines jeden menschlichen Lebens.

7.5. Eine neue Pascal´sche Wette
Es wetten zwei, dass integral-modernes Leben Sinn macht.

 

„Die Seitenwände des Trichters
verloren allmählich ihre Steilheit
... unter mir die Stelle, wo der
Strudel des Malströms gewesen
war.“
(E.A. Poe).

 

Einstieg: Bedingungsloses Grundeinkommen

Das BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN kann vielleicht als eines der bisher schlüssigsten Einstiegsszenarien gelten, damit freiheitlich-verantwortliche integral-moderne Kultur-Gesellschaften Wirklichkeit werden können. Zum bedingungslosen Grundeinkommen heißt es in Kapitel 4 ("ÖKOLONOMIE") des Buches: "Auch angesichts der genuinen Rechte und Pflichten, die jeder Mensch mit seiner Geburt erwirbt, ist dies eine sehr interessante und folgerichtige Idee. Sie ist eine Voraussetzung, um die Besteuerung der Arbeit abzuschaffen und Steuern allein auf den Konsum jeglicher Art zu erheben. Einmal abgesehen davon, dass es relativ schwierig sein dürfte, eine scharfe Abgrenzung zwischen Arbeit (z.B. Dienstleistungen) und Güterkonsum zu erreichen, liegt in dieser Idee ein bestechend sympathischer Freischlag. Denn sie bezieht mit einem bedingungslosen Grundeinkommen alle Menschen in die Austauschkreisläufe ein. In einem weiteren Schritt müsste es allerdings um die Frage der Verteilung von Arbeit sowie der Neukonfiguration der Austauschkreisläufe gehen.

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