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Integral-Art-Kunstaktion Streubel 2021 / Dokumentations-Center

Integral-Art-Kunstaktion zum 100. Geburtstag von Kurt W. Streubel,

der der Sokrates unter den oppositionellen Künstlern in der DDR war und bis heute einer der ganz großen Unbekannten der deutsch-deutschen Kulturgeschichte geblieben ist.

Totalitäre Staaten und Ideologien räumen ihrer Kultur und Kunst meist hohen Stellenwert ein. Wie im Nationalsozialismus wurden Kultur und Kunst auch im Realsozialismus missbraucht, um die totalitären Verbrechen kulturell zu bemänteln. Dafür wurden alle „Kulturschaffenden“ genötigt, bzw. verführt, sich den staatsideologischen Vorgaben zu unterwerfen, zumindest aber anzupassen. Entsprechend fördern totalitäre Staaten – neben Sport, Unterhaltungskünsten, den Künsten der Vergangenheit sowie Kitsch - vor allem ideologisch angepasste Gegenwartskunst. Kreativkünstler, die sich nicht hinreichend anpassen, werden systematisch zersetzt und ausgegrenzt, ihre Kunst als "formalistisch" bzw. "entartet" (o.ä.) aus dem kulturellen Zusammenhang eliminiert. Diese Künstler müssen sehr gute Gründe haben, um dies aushalten zu können. Doch trägt sie die sehr starke Motivation,

dass geistige Freiheit und Unabhängigkeit eine entscheidende Voraussetzung ist,
um Kunstwerke schaffen zu können, mit denen es – jenseits aller Ideologien - um die
geistig-kulturelle Substanz der Zukunft und des menschlichen Lebens überhaupt geht.

Streubel gehörte zu diesen höchst seltenen Künstlern, die dies verstanden und trotzdem in totalitärem Umfeld ein höchst bemerkenswertes künstlerisches Werk zu schaffen vermochten.

Deshalb gebührt ihm höchste Anerkennung.

Anstatt ihm diese Anerkennung zu gewähren, errichteten die Thüringer und Gothaer Totalitarismus-Verstrickten (sowie der bzgl. Realsozialismus allgemein mangelnde Totalitarismus-Aufarbeitungswille) in den vergangenen 30 Jahren hohe Barrieren gegen Streubels Kunst.

Die auf Vergangenheit orientierte kulturelle Grundausrichtung "Barock-Universum" von

Gotha erhöhte diese Barrieren gegen Streubels Werk zusätzlich.
Stalin hätte das ebenso wie Hitler gefreut.

So wurden neuen totalitären Mentalitäten (s.a. AfD & Co.) Tür und Tor geöffnet. Denn der Geist - ob positiv oder negativ - geht der Wirklichkeit voran ...

Könnte nach der 30 Jahre währenden Gothaer Ignoranz gegenüber Streubels Werk eine (wahrscheinlich mehr oder minder unbeachtete) Streubel-Ausstellung in einer kleinen Gothaer Kunst-Galerie an solchen Mentalitäten etwas ändern und ein weithin wahrnehmbares neues Zeichen setzen? Ist sie - anstelle einer angemessenen Würdigung Streubels - nicht lediglich ein Schamtuch ?

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Obwohl Streubel sich seiner „einsamen Intelligenz“ bewusst war, hatte ich das Glück, dass er bereit war, diese immer wieder mit mir zu teilen. Damit wurde er für mich zu dem Garanten,  „INTEGRALE MODERE - Vision und Philosophie dert Zukunft“ überhaupt denken und schreiben zu können. Weil er offenbar auch in mich Hoffnung setzte, wollte er mit mir bereits in den 80ern einen “Generalvertrag“ abschließen. Das jedoch lehnte ich ab, da ich andernfalls mein eigenes künstlerisches Lebenswerk nicht hätte schaffen können. Seither sah ich mich auf unterschiedlichsten Ebenen in der Pflicht, für die Anerkennung von Streubels Lebenswerk einzutreten; bisher leider ziemlich erfolglos. Hier wird nun dokumentiert, was wir für die Anerkennung Streubels in Gotha unternahmen.

Auch angesichts dieser Dokumente sowie im Hinblick darauf, dass Gotha für die Rückführung der 1979 aus dem Schlossmuseum gestohlenen Gemälde Alter Meister 2019 offenbar enorme Ressourcen aufzubringen vermochte, erheben wir

nun drei Monate vor seinem 100. Geburtstag die Forderung, dass die Stadt
Gotha und ihr Schlossmuseum sowie das Land Thüringen sich auf diesen
großen Meister der Moderne besinnen und die 1990/91 gegebenen Zusagen
einer ständigen Streubel-Ausstellung verwirklichen.

H.Johannes Wallmann mit Susanne Wallmann - Berlin, 21.2. 2021

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Dokumenten-Verzeichnis und Anmerkungen zu Vorstößen von Integral-Art Wallmann für die Anerkennung Kurt W.Streubels in Gotha

 

  • Gth.Dok.1: 29.3.1990 - Schreiben des Direktors des Gothaer Schlossmuseums, Michel Hebecker, an H.Johannes Wallmann mit Dank für die Streubel-Ausstellung-Initiative 1991
  • Gth.Dok.2 - Anlage zu Dok1: 22.3.1990 - Schreiben des Direktors des Gothaer Schlossmuseums, Michel Hebecker, an Kurt W.Streubel. Darin: 1.Bekenntnis zu Streubel / Eingeständnis eigenen Versagens / Angebot einer Streubel-Ausstellung 1991 mit Katalog, Statements etc; 2. alternativ zu 1. eine Leihgaben-Ausstellung zu Streubel; 3. Angebot einer Streubel­-Dauerausstellung / ständiges Streubel-Kabinett im Gothaer Schlossmuseum
  • Gth.Dok.3: 4.2.1991 - Schreiben des Direktors des Gothaer Schlossmuseums, Michel Hebecker, an H.Johannes Wallmann. Darin: Weitere Zusagen des Gothaer Schlossmuseums btr. Streubel-Ausstellung 1991
  • Gth.Dok.4: 29.5.1991 - Schreiben vom Gothaer Schlossmuseums (unterzeichnet vom Kustos des Kupferstichkabinetts Schäfer) an H.Johannes Wallmann. Darin die Bestätigung des Gothaer Schlossmuseums für eine ständige Kabinettausstellung mit wechselnden Streubel-Exponaten.

Alle obengemachten Zusagen des Gothaer Schlossmuseums wurden nicht eingehalten. So wurde in Gotha in den vergangenen 30 Jahren weder eine temporäre noch ständige Streubel-Ausstellung realisiert. 2002 fand dann nach der Wende die erste Streubel-Ausstellung in Altenburg und Sonneberg statt.

  • Gth.Dok.5: 16.4. 2010 - Schreiben von Susanne Wallmann an den Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch. Darin: Hinweis auf Streubels 90. 2011 sowie Übersendung von Rezensionen zu Wallmanns INTEGRALE MODERNE. Dieses Schreiben blieb unbeantwortet.
  • Gth.Dok.6: 12.5. 2011 - Schreiben von H.Johannes Wallmann an den Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch. Darin: Unterstützung der posthumen Ehrenbürgerschaft Streubel. Anlagen: Booklet zu Wallmanns SOLO-UNIVERS (2010 Uraufführung in der Berliner Philharmonie, in Kooperation mit Deutschlandfunk); Flyer zu Wallmanns Reiner-Kunze-Zyklus SOLO-UNIVERS, 2009/2010(2009 Uraufführung in der Berliner Philharmonie, in Kooperation mit Deutschlandfunk sowie mit NDR Kultur) Dieses Schreiben blieb unbeantwortet.
  • Gth.Dok.7: 1.6. 2011 - Schreiben von H.Johannes Wallmann an die Thüringen Philharmonie Gotha, Herrn Müller-Rogalla/Herrn Tsialis. Darin: Anfrage für die Aufführung eines Orchesterwerkes mit Projektionen von Kurt W.Streubel. Anlagen CD SOLO-UNIVERS, Rezensionen sowie Wallmanns Buch DIE WENDE GING SCHIEF (Kulturverlag Kadmos 2009). Diese Anfrage blieb ebenso unbeantwortet, wie die erbetene persönliche Kontaktaufnahme mit der Thüringen Philharmonie Gotha nicht ermöglicht wurde.
  • Gth.Dok.8: 8.3. 2013 - Schreiben von Susanne Wallmann an die Thüringen Philharmonie Gotha, Herrn Müller-Rogalla. Darin: Anfrage für die Aufführung eines Orchesterwerkes mit Projektionen von Kurt W.Streubel.
  • Gth.Dok.9: 16.4. 2013 - Antwortschreiben von der Thüringen Philharmonie Gotha, Herrn Müller-Rogalla, an Susanne Wallmann. Darin Absage einer eigenverantwortlichen Aufführung des Orchesterwerkes mit Projektionen von Kurt W.Streubel.
  • Gth.Dok.10: 3.11.2017 - Schreiben von H.Johannes Wallmann an den Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch. Darin Hinweis auf das Buch von Susanne und H.Johannes Wallmann „KUNST – EINE TOCHTER DER FREIHEIT“ (Kulturverlag Kadmos 2017), in dem 26 Seiten Streubel gewidmet sind. Das Schreiben blieb unbeantwortet

  • Gth.Dok.10a und 10b: 9.4. 2018 - Schreiben von Susanne Wallmann an die Thüringen Philharmonie Gotha. Darin: Unter Hinweis auf mögliche offizielle Förderungen durch Bundes- und Landesmittel anl. 30 Jahren Mauerfall 2019, Deutscher Einheit 2020 sowie dem 100. von Kurt W.Streubel 2021 erneute Anfrage btr. Aufführung eines Orchesterwerkes mit Projektionen von Kurt W.Streubel. Das Schreiben blieb unbeantwortet.

  • Gth.Dok.11: 10.10. 2018 - Schreiben von Susanne Wallmann an die Thüringen Philharmonie; Bitte um Antwort auf Schreiben vom 9.4.2018. Auch dieses Schreiben blieb unbeantwortet.
  • Gth.Dok.12: 28.1. 2020 - Schreiben von H.Johannes Wallmann an den Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch. Nach der 2019 erfolgten Rückgabe der 5 Gemälde Alter Meister, die 1979 aus dem Gothaer Schlossmuseum gestohlen wurden, macht Wallmann den Gothaer Oberbürgermeister erneut auf Kurt W.Streubel als den Neuen Meister und großen ungehobenen Schatz der Moderne aufmerksam. Darin als Anlage der Sammelband der INTEGRAL-ART-FESTSPIELE.
  • Gth.Dok.13: 31.1. 2020 – Antwortschreiben des Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch. Dieses ist überaus freundlich gehalten. Allerdings setzt er darin Kurt W. Streubel mit Hans Winckler und Otto Kayser gleich ... Wer hat den Oberbürgermeister zu dieser Gleichsetzung veranlasst – etwa der Gothaer Kunstwissenschaftler Prof.Dr. Peter Arlt? Steht er möglicherweise für diejenigen Thüringer/Gothaer Kräfte, die seit der Wende auf Grund ihrer Verstrickungen in die SED-Diktatur eine angemesse Anerkennung von Streubels Werk verhindern?  Andersherum gefragt: Warum hat Herr Arlt sich in den vergangenen 30 Jahren nicht für Streubels Werk so eingesetzt, dass es umfassend anerkannt wurde?
  • Gth.Dok.14: 9.2. 2020 - Schreiben von H.Johannes Wallmann an den Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch. Wallmann legt dem OB die Einrichtung eines ständigen Streubel-Museums ans Herz.

  • Gth.Dok.15: 17.2. 2020 – Antwortschreiben des Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch an H.Johannes Wallmann.

  • Gth.Dok.16: 3.1. 2021- Schreiben von H.Johannes Wallmann an den Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch mit dem Vorschlag, angesichst der Corona-Krise eine Klang . Kunst-Stadtausstellung zu Kurt W. Streubels 100. - Gotha 14.5.-14.8. 2021 zu realisieren, mit der Streubel wahrscheinlich weit über Gotha hinaus bekannt werden würde.

  • Gth.Dok.17: 14.1. 2021 – Antwortemail des Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch an H.Johannes Wallmann mit der Absage aller über eine kleine Streubel-Ausstellung hinausgehenden Aktivitäten angesichts von Streubels 100..

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