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bauhütte klangzeit wuppertal

Initiative und Künstlerische Leitung: H. Johannes Wallmann

BAUHÜTTE KLANGZEIT WUPPERTAL 1991/92

Ein neuartiges Arbeitsprinzip des interdisziplinären Zusammenwirkens von Komponisten, Klangkünstlern, Bildenden Künstlern, Philosophen, Geistes- und Naturwissenschaftlern / Entwicklung avancierter künstlerischer Proiekte für den öffentlichen Stadt- und Landschaftsraum 

1. Internationales Festival für Klangkunst in Deutschland

Der Begriff "Klangkunst" wurde mit diesem Festival geprägt und zum ersten Mal - sieht man vom DDR-Hörspiel der 60er Jahre ab - veröffentlicht und kommuniziert (s.a. Plakat und KLANGZEIT-Katalog). Entsprechend vereinte KLANGZEIT Wuppertal Klangkunst-Projekte im öffentlichen Stadt- und Landschaftsraum (die von vielen Tausenden Menschen besucht bzw. wahrgenommen wurden) mit Internationalen Symposien und Arbeitswochen, an denen u.a. international prominente Künstler teilnahmen - z.B. Bernhard Leitner (A), Bill Fontana (USA), Alvin Curran (I),  Bernard Delage (F), Albert Mayr (I), Daniel Ott (CH), Paul Panhuysen (NL), Dieter Schnebel (D),  Josef Anton Riedl (D).

Veranstalter, Kooperationspartner, Schirmherrschaft

Veranstalter: Kulturamt der Stadt Wuppertal, Sekretariat für gemeinsame Kulturarbeit in NRW, Stiftung für Kunst und Kultur NRW, Programm "Kaleidoskop" der Europäischen Union

Schirmherrschaft: Ministerpräsident Johannes Rau

Konzept und Künstlerische Leitung: H. Johannes Wallmann

BAUHAUS - BAUHÜTTE

Weil die Vision und Philosophie einer INTEGRALEN MODERNE noch nicht endgültig formuliert und auch an die Realisierung der Idee eines BAUHAUS INTEGRAL nicht zu denken war, schlug Johannes Wallmann der Kulturverwaltung Wuppertal zu Beginn des Jahres 1989 das Konzept BAUHÜTTE KLANGZEIT vor und traf damit auf Interesse. So kam es in Wuppertal 1990-93 zur Realisierung des KLANGZEIT-Projektes und in Deutschland zum ersten internationalen Festival für KLANGKUNST im öffentlichen Stadt- und Landschaftsraum.

Das Konzept von BAUHAUS INTEGRAL und der BAUHÜTTE KLANGZEIT knüpft (wie schon das BAUHAUS in Weimar, Dessau und Berlin) an der Idee der kulturellen Erneuerung sowie des integralen Zusammenwirkens der Künste an. Dies waren bereits Leitideen der alten Bauhütten im Europa des 12./13. Jahrhunderts, weshalb Walter Gropius (der Gründer des Weimarer Bauhauses 1919) das BAUHAUS ursprünglich BAUHÜTTE nennen wollte.

Die Aufgabe der BAUHÜTTE KLANGZEIT WUPPERTAL bestand darin, für die konkreten Gegebenheiten des Wuppertaler Architektur- und Landschaftsraumes spezielle Klangkunst-Projekte zu entwickeln, die während des Festivals KLANGZEIT WUPPERTAL 1991 und 1992 zur Verwirklichung kamen. Darüber hinaus ging es darum, für die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Künste theoretische und praktische Grundlagenarbeit zu leisten.

DER TEIL - DIE KUNST - DAS GANZE / 1. Internationales KLANGZEIT-Symposium

Im Juni 1991 begann die interdisziplinäre Arbeit der BAUHÜTTE KLANGZEIT mit dem 1.Internationalen KLANGZEIT-Symposium unter dem Thema DER TEIL - DIE KUNST - DAS GANZE. Neben Künstlern waren Geistes- und Naturwissenschaftler eingeladen, über Kunst in Gesamtzusammenhängen nachzudenken. Ausserdem fanden 1991 Klangprojekte von Gordon Monahan, Alvin Curran und Johannes Wallmann, drei Werkstatt-Wochen der BAUHÜTTE mit Vorträgen, Diskussionen, Arbeit mit Schulklassen sowie Konzerten und Performances statt.

Vorträge und künstlerische Beiträge 1991/92

Christian Allesch, Sam Auinger/Od Bruceland, Sabine Breitsameter, Dr. Barbara Barthelmes, Bodo Berheide, Prof. Dr. Gernot Böhme, Prof. Peter Bürger, John Cage (kurz zuvor verstorben), Jürgen Claus, Hans Cousto, Prof. Dr. Friedrich Cramer, Alvin Curran, Bernard Delage, Uwe Dienel-Sering, Rainer Dunkel, Reinhard Eichelbeck, Bill Fontana, Limpe Fuchs, Prof. Dr. Girndt, Thilo Götze-Regenbogen, Jürgen Grölle, Prof. Dr. An der Heiden, Prof. Dr. Herrmann, Tom Johnson, Dr. Christian Kaden, Peter Kiefer, Hubertus Kirchgäßner, Jochen Kirchhoff, Prof. Dr. Kleinen, Anne Krickeberg, Christina Kubisch, Bernhard Leitner, Rolf-Dieter Lenkewitz, Prof. Rolf Lieberknecht, Albert Mayr, Klaus-Michael Meyer-Abich, Dr. Michael Metschies, Prof. Dr. Mocek, Gordon Monahan, Christian Neumann, Prof. Dr. Hans Oesch, Franz-Martin Olbrisch, Prof. Arno W. Oppermann, Daniel Ott, Marc Pira, Paul Panhuysen, Nico Richter-de Vroe, Josef Anton Riedl, Dr. Rüdiger Schaar, Dr. Johannes Schmidt-Sistermanns, Prof.Dr. Dieter Schnebel, Klaus Schöning, Friedrich Spangemacher, Ralph Spintge, Willem Schulz, Dr. Rosina Sonnenschmidt, Ueli Schnetzer, Willem Schulz, Mathias Spahlinger, Christian Terstegge, Dr. H. Traub, Wolf-Dieter Trüstedt, Johannes Wallmann, Hans U. Werner, Justin Winkler, Klaus Wittig.

Zu den drei Groß-Themen KUNST UND NATUR / KUNST UND INTERKULTURELLER ZUSAMMENHANG / KUNST-LEBENSALLTAG-TECHNIK
wurden 1991 drei künstlerische Beispiel-Projekte realisiert:

KUNST UND NATUR: Gordon Monahan, Wupperharfe

KUNST UND INTERKULTURELLER ZUSAMMENHANG: Alvin Curran, Call to Prayer

KUNST-LEBENSALLTAG-TECHNIK: Johannes Wallmann, schweben und hören (mit einer Wuppertaler Schwebebahn)

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Klang als Zusammenschwingen unterschiedlicher Teile zu einem Ganzen

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Festival KLANGZEIT WUPPERTAL ´92

ZEITKLANG/KLANGZEIT IN LANDSCHAFT UND ARCHITEKTUR. Nach den Klangprojekten 1991 von Gordon Monohan, Alvin Curran und Johannes Wallmann fand von Juni bis Oktober 1992  das Festival KLANGZEIT WUPPERTAL ´92 mit einer Vielzahl von Konzerten, Installationen, Performances und grossem Besucherzuspruch statt. Unter dem Thema ZEITKLANG/KLANGZEIT IN LANDSCHAFT UND ARCHITEKTUR (Wallmanns INTEGRAL-ART-Domäne III) realisierten Künstler der BAUHÜTTE KLANGZEIT und ihre internationalen Gäste (namhafte Künstler aus vielen Ländern der Erde) die speziell für Wuppertaler Gegebenheiten entwickelten künstlerischen Projekte. KLANGZEIT WUPPERTAL - das 1. Internationale Festival Deutschlands für Klangkunst im öffentlichen Stadt- und Landschaftsraum

ZEITKLANG/KLANGZEIT IN LANDSCHAFT UND ARCHITEKTUR / 2. Internationales KLANGZEIT-Symposium

Während des 2.Internationalen KLANGZEIT-Symposium (29.9. - 4.10. 1992) trafen auf internationaler Ebene Klangkünstler, Komponisten, Architekten, Wissenschaftler und Philosophen zusammen, um ihre zum Thema ZEITKLANG/KLANGZEIT IN LANDSCHAFT UND ARCHITEKTUR relevanten Ideen, Projekte, Forschungen und Überlegungen vorzustellen.

Klangkunst - internationale Informationsausstellung

Innerhalb des Festivals "Klangzeit Wuppertal`92" fand die Ausstellung "Klangkunst in Landschaft und Architektur" (29.9.-4.10.1992 ) statt, die von Johannes S. Sistermanns kuratiert und realisiert wurde.

Pressestimmen

EXTRA IL MATTINO, Florenz, 18.10.92

über KLANGZEIT WUPPERTAL: „Eine der europaweit (und unter vielen Gesichtspunkten weltweit) hervorragendsten Initiativen ...“

Deutsche Welle 8.10.92
über KLANGZEIT WUPPERTAL»... Ein Festival also, daß man in dieser Größe und Qualität in einer europäischen Kulturmetropole erwarten würde.«

Westdeutsche Zeitung : 

über KLANGZEIT WUPPERTAL: „Der hier besschrittene Weg ist richtig: dieses erfolgreiche Projekt als Auftakt zu einer kontinuierlichen Arbeit, zur Erweiterung der Hörerfahrung. Wenn sich das auf einem Niveau abspielt wie bei diesem Pilotprojekt, dann gibt es für Derartiges auch ein Publikum.“

MusikTexte 46/47, Dezember 1992:

»Ein Komponist hatte in der ehemaligen DDR eine Vision und einen Traum: die Musik aus ihrem akustischen Käfig, in dem sie in den traditionellen Konzertsäalen - und wohl auch in den Köpfen - gefangen war, herauszuholen und sie in ein Gesamtkonzept von Raum, Klang, Architektur und Landschaft einzubringen: eine Einheit zu schaffen von Zeit- und Raumkunst, kurz: Grenzen niederzureißen. Sein Name: Johannes Wallmann.« ... Leider ist die Zukunft dieses so einmaligen wie wichtigen Festivals sehr gefärdet. ...  Der Verzicht auf dieses Festival, ... wäre ein Verlust ...“

positionen 8/1991

»... Über Utopien wird heute nicht mehr nur nicht geredet, sondern sie werden belächelt. ... Um so erstsaunlicher ist es deshalb, daß in Wuppertal ein für diese postmoderne Zeit mutiges Projekt realisiert werden kann, das erneut Utopien zu setzen und einzulösen sucht. Die Rede ist von der ``Bauhütte Klangzeit Wuppertal´´. ... Spiritus Rector und zugleich Organisator dieses anspruchsvollen modellhaften Projektes ist der 39jährige Komponist Johannes Wallmann, der 1988 von Ostberlin nach Wuppertal übergesiedelt ist. Beim Kulturamt Wuppertal hat er nun tatkräftige Unterstützung gefunden, um einen Teil seiner über viele Jahre entwickelten ästhetischen Theorien und Utopien realisieren zu können. ...«

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Inwiefern ist ein Ganzes ein Ganzes oder ein Kaputtes?

 

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