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glocken requiem XXI, 2004-2006

stadt- und raumklang-komposition für drei voneinander weit entfernte chorgruppen, 137 dresdner kirchenglocken, elektronische klänge, drei schreier und einen koranrezitator, texte auf deutsch/hebräisch/hocharabisch

Link zum GLOCKEN REQUIEM DRESDEN 1995

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zentraler Gedanke der Komposition:

Anne Frank: "Solange die ganze Menschheit, ohne Ausnahme, keine Metamorphose durchläuft, wird Krieg wüten und alles, was gebaut, gepflegt und gewachsen ist, wieder abgeschnitten und vernichtet..."

Mit diesem Gedanken, den die 15-jährige Anne Frank 1944 in Amsterdam kurz vor ihrer Deportation nach Auschwitz formulierte, beginnt und endet auf deutsch/hebräisch/hocharabisch das GLOCKEN REQUIEM XXI von H. Johannes Wallmann, das teils auf seinem GLOCKEN REQUIEM DRESDEN von 1995 beruht.

Das Nachdenken über den Tod und den Sinn des Lebens - ein allen Religionen/Kulturen gemeinsamer Nenner (s.a. Lessings Ringparabel)

Widmung

Kindern als Trägern der Zukunft gewidmet.
Dem Frieden und der zukunftstragfähigen Gestaltung der Welt.

Im Gedenken an die Dresdner Bombennacht vom 13. Februar 1945.
Im Gedenken an den Holocaust und die Toten des 2. Weltkrieges.
Im Gedenken , dass noch immer Menschen durch Kanonen und Bomben getötet werden.
Im Gedenken an den 11. September 2001.

Uraufführung am 11. September 2006 - Fokus auf Lessings Ringparabel

Nachdem es 2005 (anl. des 60. Jahrestages von Dresdens Zerstörung) nicht uraufgeführt werden konnte, kam Wallmanns GLOCKEN REQUIEM XXI in Darmstadt anlässlich des 11.Septembers 2006 - dem 5. Jahrestag der Zerstörung des World Trade Centers und dem 62. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Darmstadt – in seiner konzertanten Fassung als Raumklang-Komposition zur Uraufführung. Die Texte des Werkes, das auf Lessings Ringparabel und die gemeinsame Zukunftsverantwortung der Kulturen zielt, entstammen der christlichen, jüdischen und islamischen Kultur/Religion und erklingen auf deutsch, hebräisch bzw. hocharabisch. So erhalten im GLOCKEN REQUIEM XXI die Kulturen als „Geschwister“ der christlichen Kultur eine Stimme. Angesichts der aktuellen politischen Weltlage knüpft der Komponist mithin bewusst an Lessings Ringparabel an. Denn nach ihr können Judentum, Christentum und Islam (stellvertretend für alle Kulturen/Religionen) als Geschwister gesehen werden, die sich in einem friedlichen Wettbewerb um die besten Beiträge für eine zukunftstragfähige Gestaltung der Welt verstehen sollten.
Interpreten: Konzertchor Darmstadt
Leitung: Wolfgang Seeliger

Veranstalter: Konzertchor Darmstadt
mit freundlicher Unterstützung der Stadt Darmstadt und des Landes Hessen

CD-Bestellung

Dies CD ist nachzufragen unter: production(-attt-)integral-art.de

Projektidee

Auch wenn Glocken keine Erfindung der europäischen und christlichen Kultur sind, so haben sie diese seit Jahrhunderten akustisch geprägt.Ursprünglich sollten Glockenklänge Unheil abwehren und Glück bringen. Dieser Aspekt ist neben theologischen Implikationen  (z.B. Lessing, z.B. Paul Tillich) wichtig für das GLOCKEN REQUIEM. Denn immer wieder wurden Glocken als Materialreserve verwendet und zu Kanonen oder Bomben umgegossen. So auch im 2. Weltkrieg, als die meisten Dresdner Glocken (wie die vieler anderer Städte) auf den Hamburger Glockenfriedhof verbracht wurden. Im GLOCKEN REQUIEM XXI werden sie stattdessen als "Musikinstrumente" eingesetzt.

Frieden bedeutet heute: Verständigung zwischen den Kulturen und Religionen. Denn angesichts ihrer (im Hinblick auf die Globalisierung) gemeinsamen Verantwortung sind sie heute mehr denn je gefordert, weit über sich selbst hinauszusehen, und dabei weder ihre jeweils spezifischen Traditionen noch ihre gegenseitige Verwandtschaft zu verleugnen.

Hinsichtlich dieser Überlegungen entwickelte der Komponist – auf Grundlage seines GLOCKEN REQUIEM DRESDEN von 1995 - das GLOCKEN REQUIEM XXI. Die Komposition beginnt und endet in hebräisch, deutsch und hocharabisch mit dem eingangs zitierten Text, den die 15-jährige Anne Frank 1944 vor ihrer Deportation nach Auschwitz formulierte.Nicht nur angesichts der beiden Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch angesichts der gegenwärtigen Kriege oder der sich ausbreitenden Terrorwelle ist dieser Gedanke von Anne Frank hochaktuell. Gedenktage – wie der 13. Februar (Dresden 1945) oder der 11. September (New York 2001 / Darmstadt 1944) – sollten uns Anlass sein, uns an diesen Gedanken zu erinnern.

Rundfunksendungen des GLOCKEN REQUIEM XXI

hr2: 12.1.2008, 23-24 Uhr: H. Johannes Wallmann: Glocken-Requiem XXI, Sätze 1-9 .Eine Sendung von Dr. Michael Rebhahn.
DeutschlandRadio Kultur: 10.9.2007, 22 Uhr: H. Johannes Wallmann GLOCKEN REQUIEM XXI (Ausschnitte). Eine Sendung von Dr. Sabine Vorwerk.
WDR 3: 23.5.2007, 23:05 Uhr: Die Moderne als Zukunftsvision. Der Komponist Johannes Wallmann, ein Komponistenporträt. U.a. mit Ausschnitte aus dem GLOCKEN REQUIEM XXI
Radio Suisse Romande Espace 2: 15.4. 2007: Ursendung von 5 Sätzen aus GLOCKEN REQUIEM XXI von H. Johannes Wallmann. Eine Sendung von Jean-Pierre Amann.

Presse- und Hörerstimmen

Darmstädter Echo, 13.09.2006: „Geläut wird zu Gesang. „Solange die ganze Menschheit keine Metamorphose durchläuft, wird Krieg wüten“, schreibt Anne Frank in ihrem Tagebuch. Mit diesen Worten – sie werden in deutsch , hebräisch und hocharabisch gesungen – beginnt das „Glocken-Requiem XXI“ des in Berlin lebenden Komponisten H. Johannes Wallmann. ... Das 80 Minuten dauernde Requiem ist ein tief beeindruckendes und die Zuhörer bewegendes Werk, denn die Zeit des Zweiten Weltkriegs mitsamt Auschwitz bis hin zu den Terroranschlägen und den Konflikten unserer Tage wird hier zum Raum, zum Klangraum  ... Faszinierend in diesem Werk ist vor allem die Einarbeitung der Glockenklänge, die in Elektronik (basierend auf Glocken- und Stimmgabel-Tönen) übergehen und sich in Gesang verwandeln, sich diesem angleichen, so dass die Klänge im Raum rotieren.“ (Heinz Zietsch)
"Selten haben wir ein Konzert erlebt, wo durchgängig eine solche  "Hochspannung" im Raum war. Man hätte - vor allem auch in den kurzen  Pausen - eine Stecknadel zu Boden fallen hören können - und das bei einem  so anspruchsvollen zeitgenössischen Stück von 80 min Länge! Es war  meisterhaft, wie hier alle beteiligten Solisten, der Dirigent und die  Technik (inkl. der behutsamen Anleitung durch den Komponisten)  zusammenwirkten, um diesem Werk die größtmögliche Ausstrahlungskraft zu  verleihen. Wie Wolfgang Seeliger auch unter "dem Diktat der Funkuhr" eine solche Dynamik bei der Interpretation entwickelte, war sehr hörens-, aber  auch sehenswert. Dass bei diesen schwierigen - zum großen Teil 12-  stimmigen Sätzen - das Solistenensemble eine ausgezeichnete Leistung  ablieferte, muss hier unbedingt erwähnt werden. ...  Die allermeisten Konzertbesucher waren  - so unser Eindruck - tief ergriffen und sehr bewegt von diesem  außergewöhnlichen Klangerlebnis. Das Publikum trug dem mit einem lang anhaltenden Schlussapplaus auch gebührend Rechnung. Darmstadt hat seinem Ruf als Hochburg der Neuen Musik in Deutschland mit dieser Uraufführung ein weiteres beachtenswertes Kapitel hinzugefügt. Wir wünschen dem Werk noch viele so eindrucksvolle Aufführungen, möglichst  auch im internationalen Maßstab." (Sylvia + Martin S.)
"... Mich hat das Werk unheimlich bewegt, vor allem, weil es durch die, mich "archaisch" anmutenden Glocken, vermischt mit den Stimmen verschiedenster Art und verschiedenster religiöser Herkunft, einen zeitlich begrenzten Raum gab, in dem alle in mir gespeicherten Bilder betrachtet sein konnten. ... All dieses unsagbare Grauen, das Menschen Menschen, aber auch ihrer Umwelt zuzufügen in der Lage sind, durfte langsam visuelle, aber auch akustische Gestalt annehmen. Es war zutiefst bewegend für mich, Vieles davon hervorholen zu können, um gleichzeitig so etwas wie Erlösung erahnen zu dürfen. Da es mich emotional unendlich mitnahm, war ich danach nicht mehr in der Lage, mich so schnell wieder ins normale Leben zurückzufinden und bin sofort heimgefahren ... Ich habe bewundert, wie hochprofessionell, konzentriert, intonationssauber (...), aber auch beeindruckt die Ausführenden selbst auf mich gewirkt haben. Faszinierend für mich war außerdem die Koordination bezüglich der eingespielten Chöre, der sehr bewegenden Stimme des Koranrezitators und natürlich auch die Schreier, die noch Tieferes an Emotionen aus mir herauszuholen vermochten. Dies lag an dieser Stelle aber auch an der bis aufs Äußerste verdichteten Komposition. Ein großes Lob auch an Wolfgang Seeliger, der mit seiner Präsenz, Ruhe und höchster Professionalität dies alles musikalisch zu gestalten vermochte. Allen große Anerkennung und Wertschätzung in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich! Meinen herzlichen Dank auf diesem Wege auch an Herrn Wallmann! Mögen noch viele Menschen von diesem Werk angerührt und bewegt werden." (Elisabeth H.,  Musikerzieherin)
"Das Werk war beeindruckend. Viele Passagen fand ich unmittelbar eingängig. Der Live-Chor klang warm, engagiert. Es hat Spaß gemacht, das zu hören. ... Die elektronischen Klänge waren ein sinnvoller Teil des Ganzen. Elektronische Klänge finde ich oft in hohem Maße beliebig. In diesem Fall waren die Klänge ein organischer Teil. Die Dreisprachigkeit fand ich vor dem Hören - in der Theorie -  etwas überkompliziert und aufgeblasen. In der Aufführung war die vielschichtige Anlage ganz einfach zu verstehen und sehr beeindruckend. Als ich auf dem Plakat gelesen habe "drei Schreier" dachte ich,  naja, der Wallmann ist wieder einer, der durch besondere Effekte auffallen will, weil ihm sonst nichts einfällt.  In der Aufführung waren die Schreier-Passagen beeindruckend und willkommen als Ergänzung. Das war wirklich überraschend und wieder war es plausibel und gut ... Insgesamt fand ich die Aufführung sehr, sehr gut. Das komplizierte Konzept so klar und eingängig zu machen, war einfach toll. Herzlichen (wirklich) Glückwunsch an alle!" (Jan)

Die Komposition in 7 Teilen und 17 Sätzen

Die Komposition besteht aus 7 Hauptteilen, die sich in insgesamt in 17 Sätze untergliedern. Die Klänge verlaufen nach bestimmten Mustern durch den Raum.  Im „Introitus“ (Teil 1) und in der „Sequenz“ (Teil 5) öffnen sich Hörfenster, in denen (ohne Glockenklänge sowie in hebräischer bzw. hocharabischer Sprache) die Texte aus der jüdischen und islamischen Religion gesungen werden. Ganz zu Beginn („Introitus“), in der Mitte („Tractus“) und am Ende („Sanctus“) erklingen dreisprachig die Texte von Anne Frank (Amsterdam) sowie von Karolina Lealovic (Ex-Jugoslawien). Es sind Texte von Kindern, die weise Erkenntnisse über Frieden und Krieg formulieren. Alle Texte befassen sich mit Fragen nach dem Sinn menschlichen Lebens und dem Verhältnis des Menschen zu Tod und Zukunft. Sieht man diese Texte in ihrer Summe, so könnte jedes einzelne menschliche Leben als eine Option gelten, zum „ewigen“ Kreislauf des Lebens beizutragen. Das GLOCKEN REQUIEM XXI umkreist auch in seinen musikalischen Strukturen solche und ähnliche Fragestellungen.

Teil 1: Introitus   
1. Satz    (1_1)    „solange die ganze Menschheit“ (dt./hebr./hocharab.)
Dauer/Partiturzeit: 00:00 – 05:38
2. Satz    (1_2)    „wüst war es und öde“ (mit Glocken / dt.)
Dauer/Partiturzeit: 05:38 – 13:00
- Schweigeminute –                              
3. Satz    (1_3)    „Du schenkst Leben angesichts des Todes“ (hebr. / a cappella)
Dauer/Partiturzeit: 14:00– 19:04
4. Satz    (1_4)    „Der die Sterne für euch geschaffen“ (hocharab.)
Dauer/Partiturzeit: 19:05 – 23:11

Teil 2: Kyrie           
5. Satz    (2_0)    „ach wie gar nichts“ (mit Glocken / dt.)
Dauer/Partiturzeit: 23:12 – 26:51

Teil 3: Graduale   
6. Satz    (3_0)    „erwirb Weisheit“ (mit Glocken / dt.)
Dauer/Partiturzeit: 26.52 – 33:55

Teil 4: Tractus   
7. Satz    (4_1)     „damit Du das Leben erwählst“ (dt. / Vokale)
Dauer/Partiturzeit: 33:56 – 36:40
8. Satz    (4_2)    „Nun, Mensch?“ (dt./hebr./hocharab.)
Dauer/Partiturzeit: 36:41 – 40:48
9. Satz    (4_3)    „Licht für die Ferne“ (Vokale)
Dauer/Partiturzeit: 40:49 – 43:56
10.Satz    (4_4)    „wer aber auf den Geist sät“ (mit Glocken / dt.)
Dauer/Partiturzeit: 43:57 – 50:27
11.Satz    (4_5)    „mit Freuden ernten“ (dt. / a cappella)
Dauer/Partiturzeit: 50:28 – 51:49

Teil 5: Sequenz
12.Satz    (5_1)    „und ich davon muss“ (mit Glocken / dt.)
Dauer/Partiturzeit: 51:50 – 57:54
13.Satz    (5_2)    „dann wird jede Seele wissen“ (hocharab)
Dauer/Partiturzeit: 56:55 – 1.04:05
14.Satz    (5_3)    „kannst Du die Bande des Siebengestirnszusammenbinden?“ (hebr.)
Dauer/Partiturzeit: 1.04:06 - 1.09:04

Teil 6: Offertorium
15.Satz    (6_0)    „ein neues Herz und einen neuen Geist“ (mit Glocken / ohne Gesang)
Dauer/Partiturzeit: 1.09:05 - 1.13:44

Teil 7: Sanctus
16.Satz    (7_1)    „dann werden wir sein wie die Träumenden“ (mit Glocken/dt.)
Dauer/Partiturzeit: 1.13:45 - 1.19:30
17.Satz    (7_2)    „in weitem Raum - sofern ...“ (mit Gl. / dt./hebr./hocharab /)
Dauer/Partiturzeit: 1.19:30 - 1.21:44

Die Texte des GLOCKEN REQUIEM XXI

Das Werk beginnt und endet mit dem o.g. Text von Anne Frank. Texte aus der Bibel,  dem jüdischen 18-Bittengebet und dem Koran verweisen auf kulturelle und religiöse Aspekte menschlichen Denkens und Handelns sowie auf die (z.B. in Lessings "Nathan" angemahnte) Geschwisterschaft der Kulturen und Religionen. In der Mitte des Werkes ist  (auf deutsch./hebräisch/hocharabisch.) ein berührender Text der 15-jährigen Karolina Lealovic aus Ex-Jugoslawien zu hören.

„Das menschliche Leid ist das Licht für die Ferne.
Der menschliche Haß ist die heutige Dunkelheit.
Das Leid der einen ist die Schande der anderen.
Das Leben im Krieg ist ein Leben ohne Leben.
Die Jugend im Krieg ist das Alter der Jugend.
Der Mensch im Krieg ist ein Tier.

Nun Mensch, führst etwa du, der Unmögliches erbaut hat,
Undenkliches ausgedacht hat –
gerade du dich selbst in den Tod?“

Die genaue Textzusammenstellung finden Sie dreisprachig in anliegendem Programmheft (pdf-Datei, 380 kB).

Originalfassung live mit Dresdner Glocken

Die Komposition des GLOCKEN REQUIEM XXI erweitert die 1994/95 geschaffene Komposition des GLOCKEN REQUIEM DRESDEN für 129 Kirchenglocken durch die Glocken der Frauenkirche, durch drei Chorgruppen, einen Koranrezitator, drei Schreier sowie elektronische Klänge. Auch textlich knüpft sie an Wallmanns GLOCKEN REQUIEM DRESDEN von 1995 an. Die Texte, die 1995 lediglich im Faltblatt abgedruckt wurden, sind nun vokal vertont.

Originalfassung des GLOCKEN REQUIEM XXI sieht vor, dass die Dresdner Glocken entsprechend der Partitur von 1994/95 geläutet werden. Zwischen den Requiem-Teilen mit den Glockenklängen öffnen sich Hörfenster, in denen (ohne Glockenklänge) die Komposition mit Texten aus der jüdischen und islamischen Kultur erklingt. Die drei Chorgruppen werden dazu live aus der Frauenkirche, der Synagoge und dem Islamischen Zentrum Dresden übertragen. Quadrophone elektronische Klänge werden computergesteuert zugespielt.

2005 für Dresdens 13. Februar

Anläßlich des 13. Februar 2005 - dem 60. Gedenktag der Zerstörung Dresdens - schlug der Komponist die Realisierung der Originalfassung des GLOCKEN REQUIEM XXI vor. Der Kulturpalast Dresden bot die Uraufführung der konzertanten Fassung im Großen Saal an. MDR Figaro hatte die Liveübertragung dieser Uraufführung angekündigt. Aufgrund einer Grippewelle, die den Chor erfasst hatte, musste die Uraufführung an diesem Tag jedoch leider entfallen. So kam das Werk am 11.September 2006 in Darmstadt zur Uraufführung.

Konzertante Fassung - Raumklang-Komposition

Die Komposition ist so angelegt, dass sie in unterschiedlichen Fassungen aufgeführt werden kann. So besteht neben der Originalfassung die Möglichkeit, die Komposition konzertant als Raumklang-Konzert aufzuführen (wie die Uraufführung am 11.9. 2006 in der Stadtkirche Darmstadt). In der kleinen konzertanten Uraufführung des Werkes erklingt eine der drei Chor-Gruppen (die nach ursprünglichem Konzept aus der Synagoge, der Frauenkirche und dem islamischen Zentrum Dresden übertragen werden sollten) sowie die drei Schreier live. Aus Lautsprecher-Boxen - im Raum um das Publikum verteilt - werden die beiden anderen Chorgruppen, ein Koranrezitator, die Glockenklänge sowie die elektronische Klänge, die sich computergesteuert durch den Raum bewegen, eingespielt.

Fassung als Raumklang-Installation

Das Werk kann auch als audiovisuelle Raumklang-Installation realisiert werden, wobei die Texte des Programmheftes sowie entsprechendes Bildmaterial projiziert werden können. Das Werk als Raumklang-Installation macht insofern Sinn, weil es dann über einen längeren Zeitraum wahrgenommen und reflektiert werden kann.

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