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VOICES SOUND EUROPE

VOICES SOUND EUROPE © 2007/2016 H. Johannes Wallmann

Raumklang-Rondo avancierter Musik / Aufführungsdauer ca. 120 Minuten (bisher nicht realisiert)

VOICES SOUND EUROPE vereint 28 Stimmen aus den 28 Staaten der Europäischen Union, wobei aus jedem Staat eine der Stimmen kommt. Es sollen insgesamt 7 Sopran-Stimmen, 7 Alt-Stimmen, 7 Tenor-Stimmen und 7 Bass-Stimmen beteiligt sein. Dabei entsteht ein Vielsprachengemisch, das sich durch den zugrunde gelegten gemeinsamen Klang zu einer harmonisch spannungsvollen Einheit verknüpft. Für die beteiligten KomponistInnen besteht die jeweilige Aufgabe darin, mit einem vorgegebenen Tonhöhenreservoir mehrere kleine Soli für eine Stimme zu komponieren und dafür die Texte auszuwählen. Die Mini-Kompositionen sollen in Originalsprache erklingen und Gedanken, Worte, Sätze eines Schriftstellers/Dichters/Philosophens des Landes der jeweiligen KomponistInnen vertonen.

Zusammenklang unterschiedlicher Teile zu einem Ganzen.

Das Werk versteht sich nicht als Experiment, sondern als avancierter Zusammenklang unterschiedlicher Teile zu einem Ganzen. Von daher sind hohe klangliche Qualitäten für den Erfolg und die gesellschaftliche Akzeptanz des Projektes wesentlich. Entsprechend gilt es KomponistInnen zu gewinnen, deren Klangsinn hochentwickelt ist und die sich zugleich jenseits der Übermacht von Klischees und Gewohnheiten bewegen. Unabhängig davon soll die Auswahl der 28 KomponistInnen sowie der - in ihren Originalsprachen singenden - SängerInnen nach einem bestimmten Wettbewerbs-Modus erfolgen, der sowohl hohe Qualität als auch die Gleichberechtigung der Beteiligten aller Länder und Sprachen gewährleistet.

Um Vielfalt und Unterschiedlichkeit der 28 Kompositionen nicht in ein Chaos münden zu lassen, werden bestimmte Regeln vorgegeben, an deren Aufstellung alle beteiligten KomponistInnen mitarbeiten sollen, aber sich daran dann auch zu halten verpflichtet sind.

Teil und Ganzes in den Phasen der Wahrnehmung:

"Zum Verhältnis von synthesischer und analytischer Wahrnehmung sowie von Teil und Ganzem lässt Joyce seinen Stephen Daedalus folgendes äußern: >Die erste Phase der Wahrnehmung ist eine Grenzlinie, die um den wahr-zunehmenden Gegenstand gezogen wird ... das ästhetische Bild wird zuerst leuchtend wahrgenommen als etwas sich selbst Umgrenzendes, in sich selber Ruhendes vor dem unermesslichen Hintergrund von Raum oder Zeit, welcher nicht es ist. Du nimmst es als eins wahr. Du siehst es als ein Ganzes. Du nimmst seine Ganzheit wahr. ... Dann, sagte Stephen, gehst Du weiter von Punkt zu Punkt, geführt von den Linien seiner Form; du nimmst es wahr als ausgewogenes Verhältnis seiner Teile zueinander innerhalb seiner Grenzen; du fühlst den Rhythmus seiner Struktur. Mit anderen Worten, auf die Synthese der unmittelbaren Perzeption folgt die Analyse der Apperzeption.< Kurz zusammengefasst: Die eine Phase – es muss übrigens nicht unbedingt die erste sein – besteht in der synthesischen und empfindungsmäßigen Wahrnehmung des Ganzen (im idealen Falle von Schönheit), die andere in der analytischen und verstandesmäßigen Wahrnehmung der Teile (im idealen Falle von Wahrheit). Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und können als die zwei unterschiedlichen Aspekte ein und derselben Sache gelten – was letztlich den Wechselwirkungen zwischen unseren beiden Gehirnhemisphären entspricht (der einen, die mehr für die synthesischen Funktionen und das Empfinden fürs Ganze sowie der anderen, die mehr für die analytischen Funktionen und das Verstehen der Teile ausgelegt ist)."
(H. Johannes Wallmann in INTEGRALE MODERNE, Kapitel 2.11)

Schönheit – Relationen des Sensiblen:

"Entsprechend gilt es nach den universellen Aspekten von Schönheit und Wahrheit zu fragen. Joyce sagt zu denen der Schönheit: >daß, obschon ein und derselbe Gegenstand nicht allen Menschen schön erscheinen mag, dennoch alle Menschen, die einen schönen Gegenstand bewundern, in ihm bestimmte Relationen finden, die befriedigen und mit den verschiedenen Stadien jeglicher ästhetischer Wahrnehmung selber zusammenfallen. Diese Relationen des Sensiblen, die für dich in der Form und für mich in der sichtbar sind, müssen darum die notwendigen Eigenschaften der Schönheit sein.< Und er sagt weiter: >was ich über die Schönheit sagen wollte, so müssen also die befriedigendesten Relationen des Sensiblen den notwendigen Phasen der künstlerischen Wahrnehmung korrespondieren.< Deshalb sind nach Joyce sowohl die Relationen des Sensiblen als auch die beiden Phasen der künstlerischen Wahrnehmung als universelle Aspekte von Schönheit zu betrachten" (H. Johannes Wallmann in INTEGRALE MODERNE, Kapitel 2.11)

"weil es die Schönheit ist, durch welche man zu der Freiheit wandert" (Friedrich Schiller)

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