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Kunst - eine Tochter der Freiheit?

Im Vis à vis alter und neuer Totalitarismen - ein interdisziplinäres JÜRGEN-FUCHS-SYMPOSIUM in der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin, 20.-22. November 2015 // Konzept und Künstlerische Gesamtleitung: H. Johannes Wallmann

. Winfried Sträter, Redakteur Deutschlandradio, über das Jürgen-Fuchs-Symposium: „Das war wirklich eine intellektuell ungeheuer anregende Veranstaltung ... in der Vielfalt der Formen, der Statements, der Perspektiven der einzelnen Menschen, die hier aufgetreten sind, fand ich das geradezu beispielhaft.“

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Kunst – eine Tochter der Freiheit?
Im Vis à vis alter und neuer Totalitarismen

Dieses interdisziplinäre Symposium möchte eine erweiterte Kontextualisierung des Lebens und Werkes von Jürgen Fuchs erreichen, der ein besonders mutiger Schriftsteller sowie einer der prominentesten DDR-Systemkritiker war. Mit seinen Texten praktizierte er schon in der DDR Schillers Ansatz Kunst ist eine Tochter der Freiheit und nahm damit bereits noch in der DDR Art.5/Abs.3. des Grundgesetzes „Kunst und Wissenschaft … sind frei“ in Anspruch. Wie hochaktuell die Frage nach Kunst als Tochter der Freiheit ist, wird nicht nur angesichts der Inhaftierung von Künstlern z.B. in Russland, China oder im Iran deutlich, sondern auch angesichts des Pariser Attentates auf CHARLIE HEBDO. Für die Entwicklung von Kultur und Demokratie in Europa ist es daher von enormer Bedeutung, die Freiheit (und Verantwortung) von Kunst nicht zur Farce verkommen zu lassen. Entsprechend gilt es für die Zukunft von Kultur und Demokratie auch den Widerstand sowie die Anpassung von Künstlern und Kulturschaffenden in den beiden totalitären deutschen Staaten (ein teils noch ungeschriebenes Kapitel!) zu reflektieren und die Frage nach der Notwendigkeit einer Kultur-Reformation aufzuwerfen. ”Wir sind in Deutschland, stimmt´s?” - so erinnert Jürgen Fuchs angesichts der beiden totalitären deutschen Staaten.

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Informationen zum gesamten Jürgen-Fuchs-Projekt hier:

www.ich-schweige-nicht.de

Presse-Rezensionen "Das macht ein Meisterwerk aus"

(bitte hier anklicken)

Hinweis im calendar der Heinrich-Böll-Stiftung e.V.

die Video-Premiere und Aufführungen im Treppenfoyer der Böll-Stiftung Samstag, 21.11., 20 Uhr, Sonntag, 22.11., 11-18 Uhr von:

ICH SCHWEIGE NICHT Jürgen-Fuchs-Zyklus –Musik im Raum von H. Johannes Wallmann mit Texten von Jürgen Fuchs bis Edward Snowden und Fotos von Harald Hauswald sowie mit künstlerischen Objekten von Studierenden der HafenCity-Universität Hamburg

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Programm des Jürgen-Fuchs-Symposiums 20.-21.11. 2015

Das Programm im pdf-Format am Seitenende unten

Freitag, 20.11. 2015

16:00 Uhr Einlassbeginn

Treppenfoyer

Kleine Präsentation künstlerischer Objekte/Beiträge von Studierenden der HafenCity-Universität Hamburg aus dem Seminar "Kunst eine Tochter der Freiheit" unter der Leitung Prof. Lothar Eckhardt und Susan Chales de Beaulieu.

17:00 

Begrüßung und Einführung

zum Thema „Kunst – eine Tochter der Freiheit?“ Prof. Lothar Eckhardt / H. Johannes Wallmann

17:10 Kurzvortrag: „Grenzüberschreitendes Handeln UND SCHREIBEN von Jürgen Fuchs“ Lutz Rathenow, Schriftsteller, Landesbeauftragter für Stasi-Unterlagen des Freistaates Sachsen

17:20 Kurzvortrag: „Jürgen Fuchs – ein Rebell?“ Prof. Dr. Walter Schmitz, Literaturwissenschaftler, TU Dresden

17:30

Video-Premiere (Teil 1)

Premiere der elektronischen Video-Stereo-Fassung

ICH SCHWEIGE NICHT Jürgen-Fuchs-Zyklus –Musik im Raum von H. Johannes Wallmann mit Texten von Jürgen Fuchs bis Edward Snowden und Fotos von Harald Hauswald sowie künstlerischen Objekten von Studierenden der HafenCity-Universität Hamburg

18:30 Pause mit Brot und Suppe

19:15 Saal 1

Panel 1

Totalitarismus alt und neu - Kunst unter totalitären Voraussetzungen

Einführung in das Panel, Vorstellung der Referenten und Podiumsteilnehmer durch Moderator Salli Sallmann, RBB

19:25 Impuls 1: „Totalitarismus alt und neu - verdeutlicht am Beispiel der Künste“ Dr. Zaal Andronikashvili, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin

19:35 Statements und Gespräch: „Methoden der Ausschaltung von Künstlern im Realsozialismus“ Prof. Ines Geipel, Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin / Cornelia Novak, Kuratorin der Kunstmuseen Erfurt / Dr. Friedrich Spangemacher, Musikwissenschaftler, Saarbrücken

20:05 Impuls 2: „Die Akte Heinrich Besseler“ [Musikwissenschaftler im Nationalsozialismus] Prof. Dr. Thomas Schipperges, Musikwissenschaftler, Tübingen

20:15 Gespräch: „Ausschaltung von Künstlern heute – ein Angriff auf die Aufklärung“, Gespräch unter Bezugnahme auf Charbs „Brief an die Heuchler“, Martin Jurgeit, Chefredaktion COMIXENE

20:25 Impuls 3: „Autonomie contra Ideologie - Orwell und Huxley reflektiert für die Kunst in einer anti-totalitären Zukunft“ Dr. Eckhart Gillen, Kunsthistoriker/Kurator, Berlin

20:35 Pause

21:00 Künstlerisches Votum: Herta Müller über Jürgen Fuchs (CD-Einspielung)

21:05 Nachfragen zu Panel 1 und Gespräch „Kunst – ein Human-Reflexionsraum?“ mit den ReferentInnen, unter Einbeziehung von Publikumsfragen

Ende gegen 22:00 Uhr

Samstag, 21.11. 2015, 10:00-13:15 Uhr

09:30 Einlassbeginn

10:00

Panel 2

Kunst als Freiheits- und Intelligenzenergie - ein antitotalitärer Gestaltungsfaktor?

Einführung in das Panel, Vorstellung der Referenten und Podiumsteilnehmer durch Moderator Dr. Zaal Andronikashvili, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin 

10:10 Jürgen-Fuchs-Text

10:15 Künstlerisches Votum: „Kunst – ein Gegenraum zur Verlebendigung des Menschen“ (Videoclip mit Joseph Beuys)

10:20 Impuls 1: „Freiheit und Verantwortung – was sie für Kunst und Künstler bedeuten“ Patrick Frank, Zürich, Komponist/Kulturwissenschaftler, CEO Voice Republic

10:30 Künstlerisches Statement und Gespräch: Gabriele Stötzer, Bildende Künstlerin, Erfurt / Doris Liebermann Autorin, Berlin / Prof. Hans Hendrik Grimmling, Bildender Künstler, Berlin / Marko Martin, Schriftsteller, Berlin

11:10 Künstlerisches Statement: Erfahrungen mit der Freiheit der Kunst in Österreich“ Günther Zechberger, Komponist/Veranstalter, Hall i. Tirol (A)

11:20 Impuls 2: „Die Unverfügbarkeit des Menschen – Chance oder Gefahr unserer Freiheit?“ Dr. Wolfram Eilenberger, Chefredakteur Philosophie-Magazin, Berlin

11:30 Nachfragen

11:45 Pause

12:10 Künstlerisches Votum: „Jürgen-Fuchs-Zyklus“, Satz 13 – u.a. mit Zitaten inhaftierter Künstler

12:15 Gespräche - über die Freilassung von Jürgen Fuchs Gespräch mit den Initiatoren des Schutzkomitees „Freiheit und Sozialismus“ Hannes Schwenger, Schriftsteller, Berlin / Prof. em. Dr. Manfred Wilke, Zeithistoriker, Berlin

- über die Freilassung von Ai Wei Wei 2015, Gespräch mit Wolfgang Hörner, Chef des Galiani-Verlages, Berlin

12:45 Künstlerisches Votum: „die im transit hängen geblieben“ Arne Lösekann, Bildender Künstler, Hamburg

12:50 Nachfragen zu Panel 2 und Gespräch mit den ReferentInnen unter Einbeziehung von Publikumsfragen

13:30-14:30 Mittagspause mit Brot und Suppe

Samstag, 21.11. 2015, ab 14:30 Uhr

Panel 3

(Post)Moderne und neue Totalitarismen - bedarf es einer Kultur-Reformation?

14:30 Einführung in Panel 3, Vorstellung der Referenten und Podiumsteilnehmer durch Moderator Dr. Wolfram Eilenberger, Chefredakteur Philosophie-Magazin, Berlin

14:40 Jürgen-Fuchs-Text

14:45 Impuls 1: „Die kulturelle Krise, in der wir stecken“ Prof. em. Dr. Peter Finke, Wissenschaftsforscher / Kulturökologe, Bielefeld

14:55 Statements und Gespräch: „Kultur & Kollaboration“ - Musik & Kollaboration mit den Musikwissenschaftlern Prof. Dr. Thomas Schipperges, Tübingen, und Dr. Boris Voigt, Hamburg/Berlin

      - Kirche & Kollaboration - Hintergründe der Pussy-Riots-Aktion in Moskau, Dr. Heike Winkel, Osteuropa-Institut der FU Berlin

      - Kirche & Kollaboration im Nationalsozialismus und Realsozialismus, Dr. Rahel Frank, Berlin

15:25 Künstlerisches Votum: „Supernerds – Ein Überwachungsabend“ im Schauspiel Köln, Regisseurin Angela Richter

15:35 Gespräch: "Schwierigkeiten beim Edward-Snowden-Ehrenpromotionsverfahren der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock“, in Anwesenheit von deren Professoren Gesa Mackenthun und Hans- Jürgen von Wensierski

15:50 Impuls 2: "Moderne neu gedacht - Kultur als Werte- und Intelligenzübertragungssystem?”

H. Johannes Wallmann, Komponist/Kulturphilosoph, Berlin

16:00 Künstlerisches Votum

16:10 Pause

16:40 Nachfragen zu Panel 3 und Gespräch mit den ReferentInnen

17:25 Jürgen-Fuchs-Text

17:30 kurze Pause

Treppenfoyer

17:45 Künstlerisches Votum über die Projektionen von HCU-Studierenden zum Jürgen-Fuchs-Zyklus, Tina Bremer, M.A. Architektur, HCU Hamburg

17:50

Video-Premiere (Teil 2)

Premiere der elektronischen Video-Stereo-Fassung

ICH SCHWEIGE NICHT Jürgen-Fuchs-Zyklus –Musik im Raum von H. Johannes Wallmann mit Texten von Jürgen Fuchs bis Edward Snowden und Fotos von Harald Hauswald sowie Projektionen von Studierenden der HafenCity-Universität Hamburg

18:40 Abschlussgespräch: „Kunst – eine Tochter der Freiheit? mit den ReferentInnen des Symposiums unter Einbeziehung von Publikumsfragen, Moderation: Winfried Sträter, DeutschlandRadio Kultur

Ende des Symposiums gegen 19:30 Uhr

Samstag, 21.11. 2015, ab 20:00 Uhr - audiovisuelle Aufführung

ICH SCHWEIGE NICHT Jürgen-Fuchs-Zyklus –Musik im Raum (Teil 1+2) von H. Johannes Wallmann mit Texten von Jürgen Fuchs bis Edward Snowden und Fotos von Harald Hauswald sowie künstlerischen Objekten von Studierenden der HafenCity-Universität Hamburg  / elektronische Video-Stereo-Fassung

Sonntag, 22.11. 2015, 11-18 Uhr - audiovisuelle Aufführung

ICH SCHWEIGE NICHT Jürgen-Fuchs-Zyklus –Musik im Raum (Teil 1+2) von H. Johannes Wallmann mit Texten von Jürgen Fuchs bis Edward Snowden und Fotos von Harald Hauswald sowie künstlerischen Objekten von Studierenden der HafenCity-Universität Hamburg / elektronische Video-Stereo-Fassung

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Konzept und Künstlerische Gesamtleitung

H. Johannes Wallmann © 2015
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Organisatorisches

Veranstaltungsort: Heinrich-Böll-Stiftung e.V. Schumannstr. 8, 10117 Berlin, ca. 5 min. Fußweg von S-Bahn Friedrichstraße

Lage: Schumannstraße/Ecke Albrechtstraße

Projektträger: Robert Havemann Gesellschaft e.V., gefördert durch die KULTURSTIFTUNG DES BUNDES“

Dokumentation auf voicerepublic.com: Das Jürgen-Fuchs-Symposium ist nach dem 22.11. 2015 auf voicerepublic.com dokumentiert und nachzuhören.

Teilnahme: Die Teilnahme am Symposium ist kostenfrei / Anmeldung erforderlich bis 15.11. 2015 per Email: ticket --- ättt --- integral-art.de

Öffnungszeiten (keine Anmeldung erforderlich) für die elektronische Raumklang-Fassung des Jürgen-Fuchs-Zyklus ICH SCHWEIGE NICHT” von H. Johannes Wallmann: 21.11. 2015 von 20 -22 Uhr; 22.11. 2015 von 11 – 18 Uhr

Künstlerische Objekte: Zum Thema des Symposiums sind von Studierenden der HafenCity-Universität Hamburg (Seminar Prof. Lothar Eckhardt) künstlerische Objekte im Treppenfoyer der Heinrich-Böll-Stiftung ausgestellt.

Buch: Unter dem Titel “Kunst - eine Tochter der Freiheit?” erscheint 2016 ein Buch, das Themen und Beiträge dieses Symposiums (in teils erweiterter Fassung) enthält und reflektiert.

Änderungen vorbehalten!

Ein Projekt der Robert Havemann Gesellschaft e.V., gefördert durch die KULTURSTIFTUNG DES BUNDES / in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

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Weitere Informationen:

www.ich-schweige-nicht.de

Hörproben zu Wallmanns Jürgen-Fuchs-Zyklus

Rezensionen zu Wallmanns Jürgen-Fuchs-Zyklus

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Das Thema und die Panels – abstrakt

Wie hochaktuell die Frage nach der Freiheit von Kunst ist, wird nicht zuletzt angesichts des Pariser Attentates auf CHARLIE HEBDO deutlich. Es führt drastisch vor Augen, welch enorme Gefahren angesichts totalitärer Ideologien mit der Praxis von Kunst als Tochter der Freiheit verbunden sind und wie wichtig der Schutz, die Anerkennung und die Unterstützung von Künstlern ist, die sich totalitären Ideologien und Herausforderungen nicht unterwerfen. Schiller allerdings wies die Politisierung der Kunst nachdenkenswert in die Schranken: „weil es die Schönheit ist, durch welche man zu der Freiheit wandert.“

Wenn wir heute davon ausgehen, dass das Leben ein großes Selbstorganisationssystem ist (an dessen Schräubchen wir alle ein wenig mitdrehen), dann dürfte unschwer zu erkennen sein, dass die modernen politischen Krisen und die modernen Kultur- und Sinnkrisen (ebenso wie Relationen von Freiheit-Schönheit-Wahrheit) sich nicht nur gegenseitig bedingen, sondern sich mehr oder minder direkt aufeinander auswirken. Könnten die Künste in diesem Wechselspiel ein antitotalitärer Gestaltungsfaktor sein?

Die mit der Moderne verbundenen Krisen sind Ausdruck dessen, was als evolutiv neue Situation der Menschheit bezeichnet werden kann: Das menschheitsgeschichtlich erstmals technologisch mögliche tiefe Eingreifen in kleinste Teilchen - in Gene, Atome, Ozon, Daten - und damit in große langfristige globale Lebens- und Verantwortungszusammenhänge. Aus dem damit verbundenen schier ungeheuerlichen Katastrophenpotential der Moderne resultiert eine - fast wahnwitzig zu nennende - Herausforderung der menschlichen Intelligenz: Wird sie - die Menschheit - "zu dumm zum Überleben" sein?

Was bedeutet angesichts dessen „Intelligenzenergie“ und „antitotalitär“- auch im Hinblick auf die „Totalität“ globaler Überwachung (s.a. die Snowden-Enthüllungen), die möglichen Genmanipulationen am (menschlichen) Erbgut, den Klimawandel, den „Terror der Ökonomie“ - wie Viviane Forrester es nennt – oder den IS-Staat?

Bedarf es einer modernen, aufgeklärten, anti-totalitären Kultur-Reformation, um den Herausforderungen neuer Totalitarismen gewachsen und nicht "zu dumm zum Überleben" zu sein? Welchen Beitrag könnten die Künste diesbzgl. leisten? Können sie tatsächlich als Freiheits- und Intelligenzenergien gedacht werden (oder handelt es sich bei ihnen vor allem um unterschiedlichste Arten konkurrierender Selbstdarstellungen)?

Dieses Symposium wird – als Entree zu dem Buch “Kunst - eine Tochter der Freiheit?” - entsprechende Fragen aufwerfen, aber eher Anregungen als Antworten geben.

Jürgen-Fuchs-Zyklus

"Das macht ein Meisterwerk aus"

Fazit der Rezension von Matthias R. Entreß in "neue musikzeitung" (11/2014)

"große Klasse"

Zuhörer über den Jürgen-Fuchs-Zyklus (youtube)

Projektträger und Förderer

Projektträger: Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.

Logo Robert Havemann Gesellschaft e.V.

gefördert durch die KULTURSTIFTUNG DES BUNDES

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gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

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