der Diplom-Betrug der Franz-Liszt-Hochschule Weimar
Neben der Relegierung vom Studium war Diplom-Betrug seitens der Hochschulen und Universitäten der DDR eine gängige Methode, um systemkritischen / oppositionellen Studenten möglichst den beruflichen Lebensweg zu verbauen. Diese Methode kam z.B. bei Wolf Biermann, Jürgen Fuchs und auch bei H. Johannes Wallmann zur Anwendung. Letzterer wurde 21-jährig vom Kompositionsstudium relegiert (denn er wurde als "staatsfeindlich" eingestuft) und hielt seine 1974 ausgestellte Diplomurkunde erstmals 2008 als Kopie in Händen, nachdem er Einsicht in Dokumente seiner Weimarer Studentenakte genommen hatte. Während aber z.B. Wolf Biermann (s.a. anliegendes Dokument!) seine Diplomurkunde 2008 nachträglich mit Ehrendoktorwürde überreicht bekam, verweigert sich die Franz-Liszt-Hochschule Weimar noch immer der Aufarbeitung ihrer Verstrickung in die SED-Diktatur.
Weitere Infos zur Totalitarismusverstrickung des Musikbereiches:
- Der Fall Hans Pischner - ehem. Indendant der Staatsoper Berlin (click here)
- Leipzig und der Fall Kurt Masur (click here)
- "Kultur und Künste nur als Verschleierungspotential?" (click here)
- Kurt W.Streubel - der Sokrates unter den oppositionellen Künstlern in der DDR; einer der ganz großen Unbekannten der deutsch-deutschen Kulturgeschichte (click here)
- H.Johannes Wallmann: DER BLAUE VOGEL - Reiner-Kunze-Zyklus
- H.Johannes Wallmann: ICH SCHWEIGE NICHT - Jürgen-Fuchs-Zyklus

