gleich den Vögeln
ein hörgeleitetes musikalisches Kommunikationsspiel für 4 voneinander weitentfernte Klarinetten oder 4 Sopransaxophone (1986 | 92)
Dauer: ca. 41 Minuten
UA: Wuppertaler Klarinettenquartett, Klangzeit Wuppertal 1992
Rundfunkaufnahme: MDR 1994, ClariNetWorks (Wolfram Große, Roland Diry, Ib Hausmann, Wolfgang Stryi), Aufnahme mit Saxophonen: Berliner Dom 2000 (Simone Otto, Meike Goosmann, Christian Peters, Ulrich Hauptmeier)
Aufführungsmat. vorhanden
"gleich den Vögeln" (aus Integral-Art-Domäne VI: Alea-Musik) ist eine nichtlineare Komposition, die von den Musikern in musikalisch logische Abläufe umzusetzen ist. Die Musik ereignet sich im spontanen Wechselspiel der beteiligten Musiker, die in einem jeweiligen Raum möglichst weit voneinander entfernt sein sollten. Die Musiker postieren sich möglichst an den Kardinalpunkten eines Raumes oder an akustisch günstigen Positionen einer Landschaft, so dass sich das Publikum inmitten der korrespondierenden Töne und Klänge befindet. Analog der Art von Vögeln kommunizieren die Musiker nach bestimmten Regeln untereinander mittels der komponierten musikalischen Texturen, die die Musiker mosaikartig variieren und verknüpfen. Das Spiel entfaltet sich polar aus Regel und Zufall, Strenge und Freiheit und wird von den Spielern über sogenannte "Model" gesteuert. Diese "Model" sind musikalische Zeichen, die einen Texturwechsel signalisieren, der von allen Spielern gemeinsam vollzogen werden muss. Jeder Spieler hat im Verlauf des Spieles dafür zu sorgen, daß die ihm zugeordneten musikalischen Texturen in das Spiel eingebracht und entsprechend variantenreich entfaltet werden. Die Komposition und Interpretation basieren auf einer äusserst variablen Rondoform (der Urform von "Gleichbleiben und Verändern"), die entsprechend musikalisch logisch umzusetzen ist. In den Couplets geht es zwischen den diagonal benachbarten Spielern um das Wechselspiel von "Gesang" und "Gegengesang ". In den Refrains kreisen Töne und Motive von Spieler zu Spieler. Ursprünglich für Klarinetten komponiert, zeigt sich, dass gleich den Vögeln in der Fassung für Sopransaxophone nicht weniger reizvoll ist.

