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KLANGZEIT ./. KlangZeiten | INTEGRAL-ART-Kunstaktion 2021 (5)

KLANGZEIT ./. KlangZeiten  ./. KLANG ZEIT ORT

Systematisches "Verschwinden lassen"

- und sei es "nur" psychisch, sozial und kulturell - ist eine typisch totalitäre Methode, gegen die es sich auch kulturell bewusst zur Wehr zu setzen gilt. *

Im Zusammenhang damit, dass ich (in angestrebter Fortführung meines Wuppertaler Bauhaus/Bauhütte-Projektes) 1992/93 der Stadt Weimar anl. ihrer Kürung zur Kulturhauptstadt Europas 1999 die Gründung eines "bauhaus integral weimar" vorschlug, hatte ich 1993 den Weimarer Musikwissenschafts-Professoren Michael Berg und Wolfram Huschke persönlich den Katalog meines internationalen Projektes KLANGZEIT WUPPERTAL`92 überreicht. Ich kannte sie noch aus DDR-Zeiten persönlich, wo sie über mich teils ausführliche Rezensionen und Zeitungsartikel geschrieben hatten und versuchte 1993 nun, sie für die Idee "bauhaus integral weimar" zu gewinnen.

Einige Jahre später gaben Weimarer Musikwissenschafts-Professoren um Michael Berg (s.a. Dokumente 5/6 - hier zu finden) eine Schriftenreihe zur Neuen Musik der DDR mit dem Titel „KlangZeiten“ heraus. Darin wurde (wie dann auch 2006 in Huschkes "ZUKUNFT MUSIK - Eine Geschichte der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar") weder auf die von mir in Weimar 10 Jahre lang geleitete gruppe neue musik weimar, noch auf meine 1973 - aus politischen Gründen erfolgte - Relegierung vom Kompositionsstudium in Weimar oder meine Tätigkeit als Komponist in Thüringen eingegangen, geschweige denn auf meine Initiative "bauhaus integral weimar" (die auf meine Freundschaft zu Kurt W.Streubel zurückgeht) oder auf mein internationales KLANGZEIT-Projekt, an dessen Titel die „KlangZeiten“-Schriftenreihe anknüpft. Selbstverständlich auch nicht auf die Stasi-Verstrickungen Weimarer Musikwissenschaftler (s.a. nebenstehendes Coverbild). In solch "wissenschaftlicher"(?) Methode offenbart sich ein Ausmaß an bewusst geübter Ignoranz, die alten ideologischen Handlungsmustern verblüffend ähnlich ist. Denn Titel ohne Quellenhinweise fremdzunutzen, zu modifizieren und zugleich deren Urheber gezielt zu marginalisieren, bzw. aus dem betreffenden Zusammenhang zu eliminieren, ist eine Desinformationsmethode - gängig für totalitäre Staaten und für die SED und ihr MfS, Gift für Demokratie, inakzeptabel für wissenschaftliche Arbeit und kulturell verhängnisvoll (s.a. HÖHLENGLEICHNIS).

Aktuell wird nun im Herbst 2021 der Zusammenhang zwischen der DDR-Musikforschung, der Weimarer „KlangZeiten“-Schriftenreihe und der Projektreihe "KLANGZEITORT" des Instituts für Neue Musik der UdK und der HfM Hanns Eisler Berlin hergestellt. Ich lese dies als raffiniert (mit akzeptablen Personen/Themen) getarnten „Offenbarungseid“ der ideologisierten gemeinsamen Zielrichtung dieser Unternehmungen.

Da die Projektreihe "KLANGZEITORT" (ihren Gründer(?) Daniel Ott hatte ich mit seiner Komposition "Zampung" 1992 zu KLANGZEIT WUPPERTAL`92 eingeladen) seit Jahren besteht, ohne dass sie jemals DDR-Musikforschung betrieb, Bezug auf das Wuppertaler KLANGZEIT-Projekt, meine Person oder gar meine umfangreichen kompositorischen Projekte nahm, entschloss ich mich angesichts des o.g. „Offenbarungseides“, der Rektorin der Berliner Hanns-Eisler-Musikhochschule nochfolgenden Brief zu schreiben:

 

integral-art-kunstaktion h.johannes wallmann  24.11. 2021

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An

Frau Sarah Wedl-Wilson, Rektorin der

Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
Charlottenstr. 55
10117 Berlin

 

Der Musik- und Kulturbetrieb – unterwandert von Interessenlagen der SED-PDS-LINKEN ?

Für eine Politik der Förderprogramme zukunftstragfähiger Kultur- und Demokratie-Entwicklung

 

Sehr geehrte Frau Rektorin Wedl-Wilson, sehr geehrte Damen und Herren,

das aktuelle Veranstaltungsblatt KLANGZEITORT kündigt in der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler eine musikwissenschaftliche Vortragsreihe zur Musik in der DDR an, mit der offenbar weiterhin die seit über 30 Jahren gängige Weichspülung des realsozialistischen Totalitarismus auf der Tagesordnung steht. Im Rahmen meines Integral-Art-Konzeptes hatte ich den Begriff KLANGZEIT entwickelt und Anfang der 90er mit dem – u.a. vom Kulturprogramm der EU geförderten - ersten internationalen Klangkunst-Festival Deutschlands (Schirmherr NRW-Ministerpräsident Johannes Rau) einer großen Öffentlichkeit erstmalig kommuniziert. Auch als ehem. DDR-Ausreise-Bürgerrechtler verwahre ich mich erneut (wie schon bzgl. der Weimarer DDR-Musikforschung) gegen die realsozialismus-affine Benutzung dieses Titels.

Ist es Zufall, dass es nach dem Realsozialismus noch eine weitaus geringere Aufarbeitung der Totalitarismusverstrickungen des Musikbereiches als nach dem Nationalsozialismus gab? Weshalb wurden von der bisherigen DDR-Musikgeschichtsschreibung z.B. Komponisten, die ernsthaften Widerstand (etwa mit DDR- Ausreiseanträgen) gegen die SED-Diktatur wagten, i.d.R. ebenso übergangen oder bagatellisiert wie viele weitere unbestreitbare Fakten, die bis hin zu internationalen Stasi-Tätigkeiten hochkarätiger Musikexperten reichen? Außer der bisherigen DDR-Musikforschung hat die SED-PDS-LINKE mittels ihrer finanziellen/strukturellen Ressourcen bedauerlicherweise auch den gesamte Kulturbetrieb zu beeinflussen und zu unterwandern gesucht. Angesichts dessen kann es als Glück und als Beweis moderner Demokratie gelten, dass es jemandem wie mir trotz allem gelang, ein großes philosophisches/künstlerisches Lebenswerk zu schaffen und präzedenzfallartig umzusetzen (s.a.Wallmann-Archiv-Faltblatt). Dank an alle, die das ermöglichten!

Da die o.g. SED-PDS-LINKE-Methoden seit 1990 zunehmend durchgängiger wurden, müssen dahinter enorme Finanz-Ressourcen stecken. Wie u.a. Hubertus Knabe auf seiner website und verschiedene TV-Dokumentationen darlegen, schaffte die SED-PDS-LINKE ab 1990 auf geschickt getarnte Art hohe Milliardenwerte beiseite. Wofür, wenn nicht zielgerichtet für das Lügengebäude und die Weichspülung des realsozialistischen Totalitarismus werden sie bis heute quasi mafios eingesetzt? Und wo könnte dies ungestörter geschehen als im Kultur-, Kunst- und Musikbereich sowie entsprechenden Förderungen/”Forschungen”?

Dies ist keineswegs harmlos. Während lt. Allensbach-Studie 06/2021 „die Leugnung oder Bagatellisierung der Verbrechen der Nazizeit … die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung für nicht akzeptabel“ hält, ist die Leugnung/Bagatellisierung der Verbrechen des Realsozialismus seit 1990 ähnlich an der Tagesordnung wie die praktizierte Bagatellisierung des Klimawandels. Beides sollte im Sinne moderner Demokratie nicht länger hingenommen werden. Denn die Menschenrechtsverachtung des Realsozialismus mit seinen vielen Millionen GULAG-Toten und weiteren Ermordeten, Versklavten, Unterdrückten ist ein ähnliches Menschheitsverbrechen wie der Nationalsozialismus und nicht weniger menschengemacht als der Klimawandel.

Die o.g. SED-PDS-LINKE-Einflussnahmen stehen der Freiheit und Verantwortung der Künste und Wissenschaften sowie der Entwicklung einer modernen demokratischen Kultur diametral entgegen ... Denn alte Totalitarismusverstrickungen zu leugnen oder zu bagatellisieren, heißt neuen Totalitarismen den Weg zu ebnen. Können auf solcher Grundlage zukunftstragfähige kulturelle Antworten auf den Klimawandel gegeben werden? Soll es in Europa irgendwann so zugehen wie heute z.B. in Russland oder im national-realsozialistischen China, wo es vor allem um die totalitäre Macht von Cliquen geht?

Angesichts dessen fordere ich hiermit alle Kultur- und Musikverantwortlichen in Politik, Medien und Institutionen auf, dem fatalen direkten oder indirekten Einfluss der SED-PDS-LINKE bewusst entgegen zu wirken. Um dies zu ermöglichen, sollten von der Politik massive Förderprogramme aufgelegt werden, die eine zukunftstragfähige Kultur- und Demokratie-Entwicklung, angemessene kulturelle Antworten auf den Klimawandel sowie eine sorgsame kulturelle Totalitarismusaufarbeitung zum Ziel haben.

Mit meinem Werk stehe ich für diese Erwartung ein.

Mit freundlichen Grüßen,

H.Johannes Wallmann

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* Wie drastisch der Realsozialismus die Methode "systematisch Verschwinden lassen" praktizierte, zeigen nicht nur die Stasi-Zersetzungsmethoden, sondern z.B. der Film (auf arte) "Stalins Henker".

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