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Im Funkeln der Sterne, 2006

Musik im Raum für 12 Saxophone (2006) von H. Johannes Wallmann

Uraufführung/Veranstalter

Uraufführung am 21.10. 2006 im großen Saal des Kulturpalastes Dresden

Veranstalter: Kulturpalast Dresden
Interpreten: Die 12 Berliner Saxophonisten
Leitung des Konzertes: H. Johannes Wallmann

IM FUNKELN DER STERNE

IM FUNKELN DER STERNE zielt auf einen Ausspruch des französischen Komponisten Olivier Messiaen, der den Menschen als „Teilnehmer an der großen kosmischen Aktivität Leben“ bezeichnete.

Neben der 5-sätzigen Komposition IM FUNKELN DER STERNE erklingen in diesem Konzert auch die Kompositionen „gleich den Vögeln“ sowie „Variationen 2 – aus leisen Gärten der Wildnis“. Diese Kompositionen (ebenfalls von H. Johannes Wallmann) sind musikalische Selbstorganisationssysteme und bilden eine originelle Antithese sowohl zum „Anything goes“ (erinnert sei z.B. an John Cage) als auch zur „Reproduzierbarkeit des Kunstwerkes“ (einer These von Walter Benjamin). Denn "es geht" eben gerade nicht "alles"! Und "reproduzierbar" ist diese Musik ebenfalls nicht, sondern - sowohl als Raum-Musik als auch in den musikalischen Abläufen - ein unwiederholbares singulares Ereignis.

In diesem Konzert antworten sich die Klänge der im Raum um das Publikum verteilten 12 Saxophonisten über die Entfernungen des Raumes hinweg, schwingen von Musikerposition zu Musikerposition durch den Raum, bilden kraftvolle Energiefelder oder erklingen im äußersten Pianissimo. Die Zuhörer werden von den Klängen umgeben und können diese – aus ihrer je eigenen Hörperspektive – räumlich wahrnehmen. Dabei entsteht eine ganz eigene schöne Art von Musik.

Um verschiedene Hörperspektiven zu erleben, empfiehlt der Komponist, in der Pause die Plätze zu wechseln.

Besetzung/Instrumente:

3 Sopr.-Sax.

3 Alt.-Sax.

3 Ten.-Sax.

3 Bariton-Sax.

 

12 Sopran-Sax.

12 Bariton-Sax.

Dresdner Neueste Nachrichten, 23.10.2006 zur Uraufführung von Wallmanns "IM FUNKELN DER STERNE" im Dresdner Kulturpalast:

„Niemand wird erwartet haben, dass der Festsaal des Kulturpalastes bei einem Konzert ausschließlich mit zeitgenössischer Musik voll besetzt sein würde. Dass trotzdem mehr Besucher als bei vergleichbaren Veranstaltungen gekommen waren, ist ein ebenso gutes Zeichen wie der herzliche Schlussbeifall, der weit über dem reinen Höflichkeitsniveau lag. ... Schon die heitere Leichtigkeit seiner Begrüßung, in der er ein paar Erläuterungen zu seinen Kompositionen einflocht, gab eine gelöste Stimmung vor, die den Abend bestimmen sollte. Am deutlichsten wurde sie in den beiden Teilen von "gleich den Vögeln" von 1986. Hierzu hatte Wallmann auf eine Nähe zum Werk Olivier Messiaens verwiesen und in der Tat waren Ähnlichkeiten unüberhörbar. Einige Male konnte man glauben, Wallmann hätte wie Messiaen Vögel in der Natur belauscht und ihre Gesänge in Noten gefasst. ... Die Musik mit Einklängen, Reibungen, Clustergebilden und Elementen, die als Frage-und-Antwort-Spiel gedeutet werden können, enthält erstaunlich viele sinnliche Passagen. ... Die Uraufführung von fünf Teilen des Zyklus "Im Funkeln der Sterne" vermittelt eine andere Grundhaltung. Hier ist die Partitur offenbar akribisch ausnotiert ... Erneut waren die Musiker im ganzen Festsaal aufgestellt und schafften es, dass der verdunkelte Raum einige Male zu pulsieren schien. ... Dass die Musiker mit großer Intensität spielten, wurde besonderes in den ganz leisen Teilen deutlich, denn die übten auf die Zuhörer eine geradezu saugende Wirkung aus.“ (Peter Zacher)

Hörerstimmen:

Nach dem Konzert fand eine kleine Hörerbefragung statt, doch aufgrund eines technischen Versehens, wurden die Antworten leider nicht mitgeschnitten. Wir baten daher die Fragerin, die Antworten einzuschätzen bzw. sich zu erinnern. Sie schrieb:

  • Ich kann mich an viele positive Stimmen bei der Umfrage erinnern. Eine Frau sagte, dass die Musik Bilder in ihrem Kopf erzeugt hätte, sie konnte allerdings nicht mehr sagen, welche Bilder. 
  • Eine Frau sagte, dass sie begeistert war über die klanglichen Möglichkeiten der Saxophone ...
  • viele äußerten sich sehr persönlich, sie könnten nicht sagen, warum oder was ihnen gefallen hat, aber es hätte ihnen eben gefallen, sie beflügelt, berauscht, entspannt usw.
  • Eine Frau sagte allerdings, "Im Funkeln der Sterne" hätte sie aggressiv gemacht.
  • Überraschend vielen gefiel der erste Teil besser. Überraschend für mich deshalb, weil es mir umgekehrt ging.
  • Ein Mann, aber ich glaube, der gehörte zum Kulturpalast-Team, sagte, er habe den Raum-Klang genossen (oder sogar entdeckt? - Es ist schwierig, aus dem Gedächtnis zitieren zu wollen. Möglicherweise vergesse ich ein wichtiges Detail, verwende jetzt die falschen Worte.)
  • Eine Frau sagte, sie könne nichts sagen, sie sei kein Fachmann. Daraufhin fragte ich sie, wer denn ein Fachmann sei. Da sagte sie: Na ich nehme an, jeder der Ohren hat.  Und dann hat sie eben doch noch gesagt, dass es ihr gut gefallen hat, dass es eben mal etwas anderes war.
  • Es herrschte eine komplett andere Atmosphäre, als ich es von den gemeinsamen Konzertbesuchen mit meinen Eltern von früher kenne, wo jeder moderne Komponist ausgebuht wurde ...

Liebe Grüße
Kathrin S.

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